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Verbraucherschützer kritisieren überhöhte Dispo-Zinsen

Frankfurt/Main. Die Verbraucherzentrale Hessen sowie die Bundestagsfraktion der Grünen kritisieren, dass die hessischen Banken und Sparkassen die derzeit günstigen Zinsen nicht an die Kunden weitergeben. «Sparkassen und Banken diktieren ungerechtfertigte Zinsen und erzielen auf diese Weise ungerechtfertigte Gewinne auf Kosten ihrer Kunden», sagte Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, der «Frankfurter Rundschau» (Freitagausgabe).

Sie hat die aktuellen Geschäftspraktiken hessischer Banken genauer untersucht. Zwar gäben Sparkassen und Banken in Hessen das derzeit niedrige Zinsniveau an die Sparer weiter, die Kreditzinsen jedoch würden nicht angepasst. Diese seien nach wie vor viel zu hoch, sagt Maisch und fügt an: «Gerade die öffentlich-rechtlichen Sparkassen langen dabei kräftig zu und fallen negativ auf.»

Banken wie Sparkassen würden sich mit Dispo- und Überziehungszinsen von bis zu 13,75 Prozent beziehungsweise 18,75 Prozent «an ihren Kunden bereichern», kritisiert Maisch. Bei dem aktuellen Leitzins von einem Prozent sei ein Zinssatz von höchstens sechs Prozent bei Dispozinsen und neun Prozent bei Überziehungszinsen angemessen. «Auch nach der Finanzmarktkrise geht die Abzocke der Sparkassen und Banken zu Lasten der Verbraucher weiter», so Maisch.

Den Vorwurf der Abzocke wiesen die Banker weit von sich und verteidigten ihre Preispolitik. Neben allgemeiner Zinsentwicklung und Ausfallrisiko müsse man auch Bearbeitungskosten und Wettbewerbssituation berücksichtigen. Ausgaben für die Kapitalbeschaffung seien nur ein Teil der Gesamtkosten, sagte Michael Krath, Sprecher der Kasseler Sparkasse, der Zeitung. Der weitaus größere Brocken setze sich aus Kreditrisiko-, Prozess- und Personalkosten zusammen.

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