Frankfurt/Main. Deutsche Unternehmen warnen vor Preissteigerungen durch die sich abzeichnende Verschärfung von Verbraucherrechten innerhalb der Europäischen Union. Sollten derzeit diskutierte Gesetzespläne auf EU-Ebene umgesetzt werden, sähen sich zwei von drei Firmen gezwungen, Mehrbelastungen an ihre Kunden weiterzugeben, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die der «Frankfurter Rundschau» (Freitagausgabe) vorliegt.

Aktuell haben Großbritannien und Irland eine Gewährleistungsfrist von sechs Jahren, in Finnland und den Niederlanden gilt sie sogar für die gesamte Lebensdauer eines Produkts. Deutsche Firmen schlagen Alarm: Wenn die hierzulande geltende Frist von zwei Jahren auch nur um eines ausgedehnt würde, wollten knapp zwei Drittel der Befragten die Preise erhöhen; fast ein Fünftel plane gar Steigerungen um fünf Prozent und mehr, so die DIHK-Studie.

Bauchschmerzen verursachen ihnen schließlich Pläne, wonach Verbraucher bei Mängeln an der gelieferten Ware künftig nicht nur ein Nachbesserungs- oder Umtauschrecht, sondern die Möglichkeit zum unmittelbaren Rücktritt vom Kaufvertrag bekommen sollen. «An sich gut gemeinte Ziele drohen ad absurdum geführt zu werden», sagte DIHK-Rechtsexperte Christian Groß.

Konsumentenschützer halten dagegen: Es gebe keinen sachlichen Anlass, warum Produkte in Deutschland teurer werden sollten, weil Standards einheitlich definiert würden, sagte der Präsident der Verbraucherzentrale Bundesverband, Gerd Billen.

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