Berlin. Familienunternehmen leisten einer Studie zufolge einen überproportionalen Beitrag zur Beschäftigung. Zwar sind 2007 nur 0,1 Prozent der Unternehmen sogenannte große Familienunternehmen gewesen, doch entfielen auf sie 18 der Gesamtumsätze und 14 Prozent der Beschäftigten aller Firmen, wie aus einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Deutschen Bank, des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn hervorgeht.

Zugleich investierten große Familienunternehmen überdurchschnittlich stark. Um dies weiter zu steigern, plädierte der BDI für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung. Diese sei in anderen Industriestaaten selbstverständlich. «Zwar nimmt der Staat zunächst vier Milliarden Euro weniger Steuern ein. Aber aus der Forschungsförderung ergeben sich zwölf Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung – knapp ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts», sagte Arndt Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA- Mittelstandsausschusses.

Weiter verwiesen die Experten darauf, dass die großen Familienunternehmen im Erhebungszeitraum mit 30,8 Prozent eine überdurchschnittliche Eigenkapitalquote aufgewiesen hätten. Im Schnitt aller Unternehmen in Deutschland habe die Quote dagegen bei rund 20 Prozent gelegen. Nur mit einer soliden Eigenkapitalausstattung als Risikopuffer «können Unternehmen zusätzliche Kredite für Investitionen aufnehmen», sagte Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen.

Für die Studie sind den Angaben zufolge 2688 große Familienunternehmen in Deutschland mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro untersucht worden. Als Basis dienten die Geschäftszahlen von 2006 und 2007. Als Familienunternehmen seien Firmen definiert worden, wenn maximal zwei Familien mindestens die Hälfte der Unternehmensanteile halten und mindestens ein Familienmitglied in der Geschäftsführung tätig ist oder aber höchstens drei Familien mindestens die Hälfte der Unternehmensanteile halten.

ddp.djn/jwu/mwo

ANZEIGE:
Veröffentlicht am: