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So heizt Deutschland: Gasthermen mit Abstand vorne

Es ist ein Paradox: Kaum ein europäisches Volk engagiert sich so enthusiastisch für den Umweltschutz wie die Deutschen. Doch wenn es um die eigenen vier Wände geht, wird das Thema Nachhaltigkeit eher vernachlässigt.

Deutsche Heizungen sind im Schnitt 17 Jahre alt

Eine umfangreiche Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) befasste sich 2019 ausführlich mit der Frage “Wie heizt Deutschland?”. Die wichtigste Erkenntnis daraus: Es besteht enormer Modernisierungsbedarf. Im Schnitt haben deutsche Heizungen 17 Jahre auf dem Buckel. 40 Prozent der Heizungen sind sogar 20 Jahre oder älter. Die meisten Befragten scheuen die hohen Kosten für eine neue Heizung, auch wenn sich diese im Laufe der Zeit durch den kostengünstigeren Betrieb amortisieren würden. Dazu kommt das sogenannte Mieter-Vermieter-Dilemma in Mehrfamilienhäusern: Für den Vermieter würde sich der Einbau einer neuen teuren Heizung nur dann lohnen, wenn er die Miete erhöhen dürfte. Doch dann steht häufig der Vorwurf der Luxussanierung im Raum.

Erdgas ist der Favorit der Deutschen

Bei den Energieträgern ist Erdgas mit 48,2 Prozent Marktanteil die Nummer Eins, gefolgt von Öl mit 25,6 Prozent. Doch auch hier besteht enormer Modernisierungsbedarf: So handelt es sich bei fast der Hälfte der Heizanlagen (42,2 Prozent) noch immer um veraltete Niedertemperaturkessel. Dabei muss eine neue effizientere Gastherme gar nicht teuer sein. Dazu kommen Einsparungen beim Brennstoff von bis zu 30 Prozent, durch die sich die Kosten innerhalb einiger Jahre amortisieren. Hier lesen Sie mehr zur Gastherme und dem Einsparungspotenzial.

Um widerwilligen Wohneigentümern beim Austausch veralteter Heizungen Beine zu machen, wurde im Rahmen der Energieeinsparverordnung 2014 eine Vorschrift erlassen, wonach eine Gastherme nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden muss. Eigentümern, die dies ignorieren, droht ein hohes Bußgeld.

Seit 2020 werden nur noch erneuerbare Energien gefördert

Einer Umfrage zufolge sind 58 Prozent der Deutschen mit der Energiewende unzufrieden. Dies steht in kuriosem Gegensatz zum Unwillen, von klassischen Energieträgern wie Öl und Gas auf erneuerbare Energien wie Solarenergie zu wechseln. Wurde in den letzten Jahren überhaupt die Heizung gewechselt, dann meist von Öl zu Erdgas. Auch die Fernwärme verzeichnete einen Anstieg. Die Regierung reagierte darauf mit der Streichung des Förderprogramms KfW 430 für neue umweltfreundliche Gasthermen. Wer heute eine neue Gastherme installieren möchte, muss sie mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe kombinieren, um weiterhin Fördergelder zu erhalten. Dann gibt es immerhin eine Förderung von bis zu 35 Prozent.

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Ein Kommentar

  1. Für mich nicht verwunderlich wenn man sich ansieht wie lange beispielsweise man noch Ölheizungen gefördert hat. Und wenn die Heizung noch einwandfrei läuft, wieso sollte man sie dann ersetzen. Ich habe eine Gastherme von Vaillant und die läuft jetzt schon seit über 20 Jahren problemlos. Wartung wird ausschließlich durch den eigenen Werkskundendienst gemacht damit man mir nicht eine neue Therme einreden möchte. Sollte da weiterhin keine Störungen auftauchen, bleibe ich auch dabei, ich bin sehr zufrieden mit meiner Gastherme. Dazu kommt eben auch, dass viele in Mehrparteienhäusern leben und nicht wirklich einen Einfluss darauf haben, wie bei ihnen geheizt wird.

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