Fürth. Nach der angekündigten Abwicklung des insolventen Versandhauses Quelle sollen in den nächsten vier bis sechs Wochen die Lager leergeräumt werden. Dazu sollen den Kunden drastische Rabatte auf die Katalogpreise gewährt werden, wie Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Dienstag in Fürth sagte.

Görg sprach von einer «effizienten Form der Lagerräumung» bei der Quelle GmbH und einem «geordneten Ausverkauf», von dem er sich Erfolg verspreche. Dazu müsse Quelle aber vorerst funktionstüchtig bleiben, ein Teil der 7000 Beschäftigten werde daher noch gebraucht. Mit dem Erlös des Ausverkaufs könnten diese dann auch bezahlt werden. Ansonsten erhielten die Beschäftigten im Oktober ihr letztes Gehalt.

Für die Quelle-Bestandskunden hat die Abwicklung vorerst keine Folgen, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Thomas Schulz, auf Anfrage. Bestellte Waren würden wie gewohnt ausgeliefert.

Nach Angaben Görgs litt das Versandhaus zuletzt unter rückläufigen Umsätzen. Der Kundenverlust sei aus seiner Sicht auch der Hauptgrund für die Absagen möglicher Investoren gewesen.

Görg sagte, das gesunde Auslandsgeschäft von Quelle solle nun unverzüglich in einem eigenständigen Verkaufsprozess veräußert werden. Gleiches gelte für den Shoppingsender HSE 24. Die Spezialversender würden ihr Geschäft weiterführen. Die «Kollateralschäden» seien überschaubar, sagte Görg. Zum Teil weiterarbeiten würden die Call-Center und der Kundendienst, die auch für andere Unternehmen tätig seien.

Mit Blick auf die ebenfalls insolvente Karstadt Warenhaus GmbH, für die Görg ebenfalls zuständig ist, zeigte sich der Insolvenzverwalter optimistisch. Bei Karstadt sei man in einer ganz anderen Lage, der Umsatz liege «über Plan».

(DDP)

ANZEIGE:
Veröffentlicht am: