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Private oder gesetzliche Krankenversicherung – welche Kriterien sind entscheidend?

Bestimmte Gruppen von Erwerbstätigen haben die Möglichkeit, zwischen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung zu wählen. Eine solche Entscheidung will gut überlegt sein und benötigt etwas Recherche sowie eine Analyse der eigenen Situation. Viele sind jedoch nicht bereit, diese Zeit zu investieren. Dabei kann ein intelligenter Wechsel in eine private Krankenversicherung zahlreiche Vorteile haben.

Wer hat die Option, zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung zu wählen?

In Deutschland haben bestimmte Gruppen die Möglichkeit, anstelle der gesetzlichen Pflichtversicherung eine freiwillige Versicherung in einer privaten Krankenkasse zu wählen. Dies ist abhängig von der Berufsgruppe oder vom Bruttoeinkommen. Zu den Berufen, die eine Wahlmöglichkeit zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung haben, gehören Beamte, Richter, Berufssoldaten und Personen mit Anspruch auf Beihilfe sowie Selbständige und Freiberufler.

Darüber hinaus haben auch alle Angestellten, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten, die Option, in eine private Krankenkasse zu wechseln. Diese Entgeltgrenze wird jedes Jahr angepasst. Im Jahr 2021 lag diese Grenze bei einem jährlichen Bruttoverdienst von 64.350,00 Euro.

Die passende private Krankenversicherung finden

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Bild von Michael Schwarzenberger auf Pixabay.

Es gibt eine Vielzahl an privaten Krankenversicherern, die zusätzliche jeweils mehrere Tarife im Angebot haben. Dies macht die Situation recht unübersichtlich, wenn ein Wechsel in eine private Krankenversicherung in Betracht gezogen wird.

Die Recherche über die einzelnen Versicherer ist zeitintensiv. Ein direkter Vergleich ist auf diesem Weg ebenfalls schwer, denn es gilt, den Leistungskatalog zu durchforsten und auf die eigenen Bedürfnisse und Präferenzen zu achten. Hilfreich ist deshalb ein Vergleichsportal im Internet wie vergleich-krankenversicherung.org.

Diese Webseite hat die privaten Krankenversicherer und ihre verschiedenen Tarifmodelle analysiert. Basierend darauf gibt es Ratschläge, welche private Krankenversicherung und welches konkrete Tarifmodell zu einer bestimmten Zielgruppe passt. So hat ein Beamter im Alter von 55 Jahren ganz andere Prioritäten als ein 24-jähriger Selbstständiger.

Über das Portal ist es darüber hinaus auch möglich, einen individuellen Vergleich der privaten Krankenversicherungen durchzuführen. Hierbei lassen sich individuelle Prioritäten bei der Auswahl des Leistungsniveaus setzen. Private Krankenversicherungen unterscheiden sich unter anderem bei den Zahnleistungen, der Unterbringung im Krankenhaus sowie der Stufe der Arzt-Behandlung.

Dies sind jedoch nicht die einzigen Punkte, bei denen sich die privaten Krankenversicherungen und ihre Leistungen unterscheiden. Ebenfalls gibt es mitunter die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenkasse zu vereinbaren. Dies bedeutet, dass der Versicherte bis zu einem festgelegten Betrag pro Jahr die Kosten selbst übernimmt. Erst, wenn die Krankheitskosten diese Summe überschreiten, zahlt die private Krankenkasse.

Außerdem gibt es hier wieder verschiedene Modelle. Diese unterscheiden sich in der Höhe der Selbstbeteiligung sowie der Art der Berechnung. Es gibt neben einer vollständigen Selbstbeteiligung mit einer absoluten Summe noch die anteilige Selbstbeteiligung, bei der der Versicherte nur bestimmte Behandlungen, wie etwa den Zahnarzt, selbst tragen muss. Ein weiteres Modell ist die prozentuale Selbstbeteiligung. Hier trägt der Versicherte bei allen Krankheitskosten einen festgelegten Prozentsatz selbst, wobei es auch hier Maximalsummen pro Jahr gibt. Diese verschiedenen Modelle führen dann zu niedrigeren Monatsbeiträgen.

Welches Tarifmodell zu einem passt, ist oft nur durch einen genauen Vergleich herauszufinden. Genau hier helfen Vergleichsportale für private Krankenversicherungen.

Das spricht für eine private Krankenversicherung

Es gibt durchaus Unterschiede zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Diese beziehen sich sowohl auf die Kosten als auch den Leistungsumfang. Bei der Entscheidung zwischen den beiden Optionen sind dies in der Regel die ausschlaggebenden Faktoren.

Die meist stabilen Beiträge in der privaten Krankenversicherung sind einer der Gründe, die für diese Form der Krankenversicherung sprechen. Zwar kommt es auch hier zu Anpassungen, jedoch fallen diese in der Regel moderater aus, als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen.

Die Beiträge sprechen in vielen Situationen grundsätzlich für eine private Krankenversicherung. Besonders betrifft dies junge Menschen unter 35. Dies liegt daran, dass private Krankenkassen das Alter und die Gesundheitssituation der Versicherten bewerten. Dementsprechend erhalten junge, gesunde Personen deutlich bessere Konditionen als in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Hinzu kommen die verschiedenen Tarifmodelle in der privaten Krankenversicherung. Auch dies gibt es in dieser Form in den gesetzlichen Krankenkassen nicht. Die privaten Krankenkassen bieten immer mehrere Tarifmodelle an. Diese unterscheiden sich im Leistungskatalog. Wer auf bestimmte Zuzahlungen oder Behandlungsoptionen verzichtet, kann also einen günstigeren Tarif wählen. Dies senkt die monatlichen Krankenkassengebühren nochmals.

Diese Kombinationen sorgen häufig für ein enormes Einsparpotenzial bei einer privaten Krankenversicherung. Nicht selten lassen sich durch einen Wechsel mehr als 200 Euro pro Monat sparen.

Alternativ haben Mitglieder der privaten Krankenversicherung auch die Option, einen Tarif mit besonders großem Leistungsumfang zu wählen. Gerade private Krankenversicherungen zahlen oftmals auch Behandlungsmethoden, die von einer gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden. Wer auf diesen Punkt Wert legt, hat über eine private Krankenversicherung ebenfalls mehr Optionen, auch wenn die Kosten dann steigen. Dies kann ebenfalls ein Faktor für die Wahl einer privaten Krankenversicherung sein.

Diese Punkte gibt es bei einem Wechsel in die PKV zu bedenken

Ein Wechsel in eine private Krankenkasse ist jedoch nicht nur mit Vorteilen verbunden. Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge in der privaten Krankenkasse immer weiter an. Dies liegt mit den grundsätzlich höheren Kosten zusammen, die ältere Menschen verursachen.

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist ebenfalls nicht immer möglich. Gerade im Alter möchten viele gerne zurück in die gesetzliche Krankenversicherung, da die Beiträge dann dort günstiger sind.

In jungen Jahren denken außerdem viele Versicherte nicht über die Familienplanung nach. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind alle Familienmitglieder, die nicht selbst erwerbstätig sind, automatisch mitversichert. Diese Familienversicherung ist kostenfrei, unabhängig von der Anzahl der Kinder. Bei der privaten Krankenversicherung hingegen müssen für jedes Familienmitglied, das mitversichert werden soll, zusätzlich Beiträge entrichtet werden. Bei zwei oder drei Kindern kann das für erhebliche Kosten pro Monat sorgen.

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