Jedes Jahr kommen Menschen dazu, die das Internet für sich entdecken. Das WWW hat während der letzten Jahre eine rasante Entwicklung erlebt. Während im Jahr 2001 nur 37 Prozent das Netz für private und berufliche Zwecke nutzen, waren es zwei Jahre später schon mehr als die Hälfte. 2010 überschritt die Zahl erstmals die 70 Prozent-Marke und 2016 wurde mit 79 Prozent der bisherige Höchststand erreicht – mit steigender Tendenz. Kein Wunder also dass die Internetanbieter danach streben, immer schnellere Verbindungen zu ermöglichen. Heute gibt es zahlreiche Firmen, die sich darum bemühen, Kunden zu gewinnen. Während in den ersten Jahren das Netzwerkkabel die einzige Möglichkeit war, den Computer oder Laptop mit dem Internet zu verbinden, nutzen heute immer mehr User die kabellose Verbindung über WLAN. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Netzwerkkabel oder WLAN – die Vor-und Nachteile

Quelle: pixabay.com/IO-Images

Was spricht für das Netzwerkkabel?

Obwohl es mittlerweile andere innovative Technologien gibt, hat das Netzwerkkabel noch lange nicht ausgedient. Immerhin bietet die alteigesessene Möglichkeit, ein Endgerät mit dem Internet zu verbinden, nach wie vor einige Vorteile, mit denen andere Optionen nicht mithalten können. Einer der wichtigsten Punkte dabei ist die stabile Verbindung. Schließt man den PC oder Laptop mittels Kabel an das Internet an, kommt es nur sehr selten zu Ausfällen. Vor allem punktet das Netzwerkkabel wenn man wie der Name schon sagt ganze Netzwerke miteinander verbindet. Dabei geht es ja nicht alleine um das Internet, sondern um die betriebsinterne Vernetzung.

Hier punktet das Netzwerkkabel mit Sicherheit, Speed und Stabilität. Daher werden in großen Firmen immer noch gerne Netzwerkkabel verwendet. Hier noch weitere Vorteile kurz zusammengefasst:

  • Bei Verbindungen mit Netzwerkkabel kommt es seltener zu Verzögerungen bei der Datenübertragung – z.B. für Spieler ist das ein wichtiges Kriterium
  • Netzwerkkabel sind unabhängig von Umwelteinflüssen, starker Sturm oder Gewitter können der Verbindung nichts anhaben
  • Leistung – die Datenübertragung ist meist schneller
  • Keine Funkstrahlung
  • Viele User setzen auf Sicherheit – es gibt bei einer Lösung mit Netzwerkkabel für Kriminelle weniger Möglichkeit zum Datenklau

Nachteile des Netzwerkkabels

Zwar punktet das Netzwerkkabel immer noch mit einigen Vorteilen, allerdings hat es in der Zeit zunehmender Mobilität in vielen Bereichen bereits ausgedient. Viele Menschen arbeiten heute nicht mehr ausschließlich im Büro, sie nutzen den PC oder Laptop auch zu Hause oder rufen ihre Firmen e-mails vom Smartphone aus ab. Hier ist das Netzwerkkabel wenig vorteilhaft. Nicht überall besteht die Möglichkeit, sein Endgerät mittels Kabel an das Internet anzuschließen. Außerdem entsteht am Schreibtisch ein wahrer „Kabelsalat“ und es ist nicht einfach, den Arbeitsplatz zu wechseln. Darüber hinaus bedarf es einigen Aufwands, ein neues Endgerät in das bestehende Netzwerk zu integrieren. Schließlich muss mit einem Kabel ein neuer Zugang gelegt werden. Wer das Internet zu Hause nutzt, ist mit einem Netzwerkkabel wenig flexibel. Das Gerät muss im Prinzip immer am selben Platz stehen. Das Einziehen der Kabel nimmt ebenfalls einiges an Zeit und Umbauarbeiten in Anspruch. Je nach Standort des Endgeräts müssen Kabelkanäle verlegt werden.

Die Alternative WLAN – was gibt es zu beachten?

WLAN steht für die Abkürzung Wireless Local Area Network und wie der Name schon sagt kommt diese Art von Netzwerken ohne Kabel aus. Um ein WLAN Netzwerk anzulegen, muss man kein Computerexperte sein. Was man dazu braucht, um zu Hause ein Home Office einrichten zu können, ist einfach ein WLAN Router sowie einen Laptop, Computer oder ein sonstiges Endgerät, das fähig ist, WLAN Signale zu empfangen. Die meisten Laptops, Notebooks und Tablets, die heute am Markt sind, haben einen derartigen Empfänger ebenso eingebaut wie die Smartphones der neueren Generation. Auch Fernseher verfügen heute über einen WLAN Empfänger, somit besteht die Möglichkeit, über das Internet fernzusehen. Hat man ein veraltetes Modell bei sich zu Hause stehen, muss man deswegen jedoch nicht auf WLAN verzichten.

Ältere Laptops und Computer können mit einer WLAN Karte oder einem USB Stick ganz einfach nachgerüstet werden. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Keine Neuverkabelung notwendig – Kostenersparnis
  • Die Integration neuer Endgeräte ist denkbar einfach
  • Kein „Kabelsalat“ unter dem Schreibtisch
  • Flexibilität – man kann in mehreren Räumen ins Internet einsteigen
  • Einfache Handhabung und Installation

WLAN wird nicht nur in privaten Haushalten und Büros eingesetzt, auch in vielen öffentlichen Einrichtungen wie Flughäfen oder Bahnhöfen kann man kostenlos ein WLAN Netz nutzen.

Hat WLAN auch Nachteile?

Zwar ist das WLAN Netzwerk von privaten Nutzern und Büros in der Regel durch ein Passwort geschützt, dennoch gelingt es Kriminellen leichter, in ein WLAN Netzwerk einzudringen als wenn Computer mittels Kabel an das Internet angeschlossen werden. Daher sollte man auf jeden Fall ein sicheres Passwort mit einer Kombination aus Zahlen und Buchstaben wählen, die nur schwer nachzuvollziehen ist. Außerdem handelt es sich bei WLAN um eine Funkverbindung, die durch dicke Wände oder Stahlträger in der Gebäudekonstruktion gestört werden kann. Ein weiterer Nachteil ist die Geschwindigkeit: wählen sich mehrere User gleichzeitig in das WLAN ein, wird der Speed der Datenübertragung gedrosselt.

Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
Mail: redaktion@mittelstand-nachrichten.de

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