Solarmodule-Hersteller braucht frisches Geld und muss Investor finden

Frankfurt (Oder) (dapd). Die unter Finanzproblemen leidende Solarfirma Odersun mit Sitz in Frankfurt (Oder) hat Insolvenzantrag gestellt und will mit dem eigenen Management die Rettung schaffen. Für eine erfolgreiche Sanierung müsse ein Investor gefunden werden, erklärte der vom Insolvenzgericht eingesetzte vorläufige Sachwalter Rüdiger Wienberg am Donnerstag. Mit Odersun kämpft eine weitere Solarfirma ums Überleben. Die Branche leidet unter Preisverfall, Billigkonkurrenz und der Kürzung von staatlichen Fördergeldern.

Das Unternehmen solle im Wege einer sogenannten Eigenverwaltung saniert werden, teilte Wienberg mit. Dabei bleibe die Führung der Firma weitgehend in der Hand des Managements. Der Vorstand arbeite derzeit an einem Restrukturierungsplan. Die Verhandlungen mit ausländischen Investoren dauern den Angaben zufolge an. Odersun habe bisher “noch keine nennenswerten Umsätze” erwirtschaftet und brauche frisches Geld.

“Die Odersun AG verfügt mit ihren neuartigen Dünnschichtmodulen über ein hochinteressantes und wohl auch marktreifes Produkt”, sagte Wienberg. Das Unternehmen hat rund 260 Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt (Oder), Fürstenwalde und Berlin. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Mai gesichert.

Das Verfahren in Eigenverwaltung eröffne die Möglichkeit, ein Sanierungskonzept zu erstellen, sagte ein Sprecher des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums. Er verwies darauf, dass Odersun weiterhin in Verhandlungen mit potenziellen Investoren stehe. Das Ministerium hatte dem mit Liquiditätsproblemen kämpfenden Unternehmen im Februar eine Rettungsbeihilfe in Höhe von drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese müsse Anfang August zurückgezahlt werden, sagte der Ministeriumssprecher.

Die Odersun AG entwickelt und produziert Dünnschicht-Solarmodule, die insbesondere in Gebäudefassaden integriert werden können. Das Unternehmen war im Jahr 2002 aus dem Frankfurter Institut für Solartechnologien ausgegründet worden und hatte 2007 in Frankfurt eine erste Produktion in Betrieb genommen. Im Juni 2010 wurde die zweite, deutlich größere Odersun-Fabrik in Fürstenwalde eröffnet. Wegen finanzieller Engpässe zahlte das Unternehmen bereits die Januar-Gehälter verspätet.

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