Ludwigshafen. Kurt Bock wird neuer Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF. Wie das Unternehmen am Montag in Ludwigshafen mitteilte, ernannte der Aufsichtsrat den 51-jährigen bisherigen Finanzvorstand zum Nachfolger von Jürgen Hambrecht als Vorstandsvorsitzenden. Stellvertretender Vorstandschef wird der 49-jährige Martin Brudermüller. Nach Unternehmensangaben werden die Ernennungen mit dem Ende der Hauptversammlung am 6. Mai 2011 wirksam.

«Mit Kurt Bock übernimmt ein international erfahrener und vielseitiger Unternehmer die Führung der BASF», sagte Aufsichtsratsvorsitzender Eggert Voscherau. Über die Nachfolgebesetzungen im Vorstand der BASF will der Aufsichtsrat zu Beginn des Jahres 2011 entscheiden. Hambrecht, der das DAX-Unternehmen seit 2003 führt, wird mit 64 Jahren nach zwei Amtszeiten altersbedingt ausscheiden.

Die Entscheidung ist damit früher gefallen als von Branchenkennern erwartet. Sie hatten mit der Bekanntgabe eines Hambrecht-Nachfolgers erst auf der letzten Aufsichtsratssitzung vor dem Sommerurlaub Ende Juli gerechnet. Bock, seit 2003 Finanzvorstand von BASF, galt neben Brudermüller schon länger als heißester Anwärter auf das Amt. Eine externe Lösung wie etwa beim Wettbewerber Bayer, der mit Marijn Dekkers einen konzernfremden US-Manager mit holländischen Wurzeln zum 1. Oktober 2010 an die Konzernspitze holte, hatte BASF stets ausgeschlossen.

Mit Bock wird nach dem Chemiker Hambrecht ein Ökonom an die Konzernspitze rücken. Der Manager trat erstmals 1985 in die BASF ein. In den 1990er Jahren war er zur Robert Bosch GmbH gewechselt und dort einige Jahre unter anderem als Leiter Finanzen und Bilanzen tätig. 1998 kehrte er zu den Ludwigshafenern zurück und übernahm die Position des Finanzvorstands bei BASF in den USA.

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