Essen. Die Gläubiger der insolventen Warenhauskette Karstadt haben den Weg für den angestrebten Verkauf des Unternehmens freigemacht. Auf einer Gläubigerversammlung am Montag in Essen stimmten sie dem Insolvenzplan von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg zu. Damit schufen sie die Voraussetzung für eine Veräußerung.

Der Plan sieht einen Gesamtverkauf der verbliebenen 120 Warenhaus- und Sporthäuser mit seinen 25 000 Beschäftigten möglichst bis 30. April vor. Die Versammlung verständigte sich darauf, dass eine kurzfristige Verlängerung der Verkaufsfrist möglich ist, sollten beispielsweise kartellrechtliche Fragen auftreten. Als Frist für die Abgabe von Angeboten nannte Görg den 23. April, 17.00 Uhr.

Görg verbreitete gegenüber den auf der Versammlung anwesenden 154 Gläubigern Zuversicht, dass der Verkauf an einen Investor gelingt. Konkrete Angaben zu Interessenten machte er aber nicht. Es gebe die «berechtigte Erwartung», dass bis Monatsende ein Angebot vorliegt, sagte Görg und sprach von einem «möglichen Interesse unter möglichen Bedingungen». Seit Beginn des Verkaufsprozesses im Januar seien «aussichtsreiche Gespräche» geführt worden. Eine «Reihe von Unternehmen» prüfe einen Einstieg, berichtete Görg.

Karstadt war im Sommer 2009 im Zuge der Zahlungsunfähigkeit seiner Muttergesellschaft Arcandor (vormals KarstadtQuelle) insolvent geworden. Auch das Versandhandelsunternehmen Quelle ist insolvent und wird inzwischen abgewickelt.

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