Tokio. Die hoch verschuldete Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) hat am Dienstag erwartungsgemäß Gläubigerschutz angemeldet. Die geordnete Insolvenz sei an einem Tokioter Bezirksgericht beantragt worden, teilte die japanische Sanierungsgesellschaft ETIC mit. ETIC wird nun die staatlich gelenkte Insolvenz des Traditionskonzerns beaufsichtigen.

Nur dank milliardenschwerer Notkredite konnte sich die 1987 privatisierte Fluggesellschaft in der vergangenen Zeit noch in der Luft halten. Seit Monaten hatte sich bereits abgezeichnet, dass die JAL ohne einen radikalen Neuanfang nicht zu retten ist. Während der Sanierung soll der Flugbetrieb aber sichergestellt sein.

Das Insolvenzverfahren der Airline ist eine der größten Insolvenzen in Japan. Im Rahmen der Sanierung wird ETIC nach eigenen Angaben nun sofort umgerechnet 2,3 Milliarden Euro in die JAL zur Sicherstellung der Liquidität einbringen. Zudem werden der Airline Verbindlichkeiten von 5,6 Milliarden Euro erlassen, so die ETIC weiter. Im Gegenzug müssten die Kosten der JAL drastisch reduziert werden. Dies soll unter anderem durch den Abbau von rund 15 700 Arbeitsplätzen passieren. Das entspricht einem Drittel der gesamten Belegschaft.

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