Halle. Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland setzt sich dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zufolge in diesem Jahr fort. Das Institut erwartet laut einer Mitteilung vom Montag einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 Prozent. 2011 werde sich der Erholungskurs weiter fortsetzen und das BIP-Wachstum ebenfalls 1,8 Prozent betragen.

Das Produktionsniveau werde aber Ende 2011 noch unter dem Vorkrisenniveau und unter dem Produktionspotenzial liegen. Im Dezember vergangenen Jahres hatte das Institut für 2010 noch ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent prognostiziert. Die Bundesregierung rechnet mit einer Zunahme um 1,4 Prozent. 2009 war das BIP um 5,0 Prozent gesunken.

Hauptantriebskraft für die deutsche Konjunktur ist laut IWH nach wie vor die weltwirtschaftliche Dynamik. Sie werde die Exporte nach dem Einbruch in der Krise wieder beflügeln und nach und nach zu einer Wiederbelebung der Unternehmensinvestitionen führen. In Deutschland sei die Erholung Ende 2009 ins Stocken geraten, der Arbeitsmarkt zeige sich hingegen weiterhin sehr robust. Die Erholung «legt nur eine kurze Pause ein», erklärte das Institut.

Für die Wirtschaftspolitik sieht das IWH den sanften Ausstieg aus der expansiven Geld- und Finanzpolitik als zentrale Aufgabe. Die Nachwehen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise könnten nicht als Vorwand dienen, die notwendige Konsolidierung aufzuschieben. Denn eine wichtige Erkenntnis aus der jüngsten Vergangenheit sei, dass nur einem auch finanziell handlungsfähigen Staat die Stabilisierung schwerer wirtschaftlicher Krisen gelingen kann.

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