Leipzig (ddp.djn). Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, hat die ostdeutschen Handwerksbetriebe aufgefordert, ihre Bemühungen bei der Suche nach geeigneten Lehrlingen zu verstärken. Ansonsten blieben in den neuen Ländern immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt, sagte Kentzler der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstagausgabe). Die Folge wäre ein dramatischer Fachkräftemangel in den kommenden Jahren. Die Ursache für die Entwicklung sei die drastisch zurückgegangene Zahl der Schulabgänger.

Kentzler appellierte an die Unternehmen, noch deutlicher zu machen, dass die Jugendlichen in den jeweiligen Berufen eine Perspektive hätten. Da in den alten Ländern das Angebot kleiner sei als die Zahl der Bewerber, forderte er die Jugendlichen auf, sich in Ostdeutschland nach einer Lehrstelle umzusehen. Dort gebe es moderne Unternehmen mit hohem technischem Niveau, die dringend Nachwuchs suchten.

Mit Blick auf die Wirtschaftskrise warnte Kentzler davor, die Ausbildungsbemühungen zu verringern. Das wäre das Falscheste, was die Handwerksbetriebe machen könnten. Die konjunkturelle Lage sei im Handwerk nach wie vor stabil.

Angesichts des Rückgangs bei den Bewerbern äußerte Kentzler Unverständnis für die Forderung von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) nach 600 000 neuen Ausbildungsverträgen in diesem Jahr. Die Jugendlichen dürften nicht verunsichert werden. Es werde 2009 für jeden Bewerber Angebote geben, versicherte der ZDH-Präsident. Es mache wenig Sinn, Vorgaben zu machen, die sich wegen fehlender Lehrlinge nicht erfüllen ließen.

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