Hamburg. Deutsche Johannisbeeren sind nach einer Untersuchung von Greenpeace stark mit Pestiziden belastet. Bei Laboranalysen von 13 Beeren-Proben aus großen Handelsketten seien «Cocktails von bis zu neun verschiedenen Pestiziden» festgestellt worden, wie die Umweltschutzorganisation am Montag in Hamburg mitteilte. Teilweise hätten die Tester auch Substanzen gefunden, die nicht in der EU zugelassen sind.

So seien bei Johannisbeeren von Edeka und Tengelmann die Spritzmittel Dodin und Difenoconazol festgestellt worden. Weil diese in der EU verboten sind, habe Greenpeace die zuständigen Lebensmittelüberwachungsämter informiert.

Untersuchte Johannisbeeren mit dem «Bio»-Siegel hatten hingegen grundsätzlich keine Rückstände.

Pestizid-Mischungen dienen den Produzenten laut Greenpeace dazu, die gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Pestizide einzuhalten. Seit einigen Jahren gebe es daher einen Trend zur Mischung von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Einige der in deutschen Johannisbeeren nun nachgewiesenen Spritzmittel können laut Greenpeace unter anderem krebserregend wirken sowie den Hormonhaushalt beeinträchtigen.

Die untersuchten Johannisbeeren stammten den Angaben zufolge aus deutschem Obstanbau, überwiegend aus Baden-Württemberg. Während in jeder Beere den Angaben zufolge im Schnitt sechs Pestizide gefunden wurden, waren es beim letzten Test 2006 erst drei Pestizide pro Probe gewesen.

Von Greenpeace ebenfalls untersuchte Himbeeren schnitten besser ab. 29 Prozent der getesteten Himbeeren seien pestizidfrei gewesen, im Schnitt hätten sich zwei verschiedene Pestizide in den Himbeeren gefunden. Ihre Mengen hätten jeweils aber unter dem gesetzlichen Grenzwert gelegen.

Greenpeace-Mitarbeiter hatten Anfang Juli in verschiedenen Supermärkten in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Friedrichshafen, Karlsruhe und Weingarten 31 Proben von Johannisbeeren und Himbeeren gekauft.

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