Rüsselsheim (dapd). Die Konzernspitze von General Motors (GM) verspricht ihrer deutschen Tochter Opel eine rosige Zukunft und startet eine milliardenschwere Europaoffensive. “In Deutschland und Europa werden wir bis 2016 vier Milliarden Euro investieren”, erklärte Konzernchef Dan Akerson nach einer Sitzung des obersten Konzernverwaltungsrats am Mittwoch in Rüsselsheim. Gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall werde Opel in den kommenden vier Jahren in Europa 23 Modellpremieren und 13 neue Motoren vorführen, kündigte Akerson an.

Das oberste Führungsgremium des größten amerikanischen Autokonzerns tagt regelmäßig auch außerhalb der USA. Das Treffen in Rüsselsheim war das erste in Deutschland seit 1989. An Opels Traditionsstandort sagte Akerson, die Rüsselsheimer Tochter werde zur Mitte des Jahrzehnts wieder schwarze Zahlen schreiben. “Ich bin überzeugt, wir sind auf dem richtigen Weg, das Unternehmen zu sanieren.” Auch das Opel-Entwicklungszentrum werde in Rüsselsheim bleiben, “im Netzwerk der GM-Ingenieure”, sicherte Akerson zu.

Opel-Autos sollen auch außerhalb Europas fahren

GM bietet die Marke Opel derzeit nur auf wenigen außereuropäischen Märkten an. Auch hier machte der GM-Chef der Belegschaft neuen Mut. “Opel kann außerhalb Europas dort verkauft werden, wo es geschäftlich sinnvoll ist”, sagte Akerson. Nach Auskunft eines Rüsselsheimer Managers sind damit Märkte in Südamerika und im Nahen Osten gemeint.

Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Steve Girsky ergänzte, GM werde sich trotz des von der Belegschaft abgelehnten Sanierungskonzepts auch am Standort Bochum weiter engagieren. Und Opel-Vorstandschef Karl Thomas Neumann kündigte ein neues Kapitel in der “stolzen Geschichte” des Unternehmens an. “Ich will die Marke wieder zu altem Glanz zurückführen, zu der Größe, die sie verdient.”

Anders als Akerson nannte Neumann als Zeitspanne für die Einführung der neuen Modelle und Motoren fünf Jahre – der GM-Chef hatte “bis 2016” gesagt.

Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte die Detroiter Offensive. “GM wird uns durch die schwere Zeit durchfinanzieren”, sagte der Belegschaftsvertreter. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wertete die GM-Erklärung als “starkes Signal”.

Besuche bei Dreyer, Bouffier und Merkel

Am Dienstag war die GM-Spitze mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zusammengetroffen und wurde am Mittwoch von Bouffier begrüßt. “Kein Unternehmen investiert vier Milliarden Euro, wenn es nicht an die eigene Zukunft glaubt”, zeigte sich der Politiker in Rüsselsheim optimistisch. Für Donnerstag ist ein Treffen der Konzernspitze mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant.

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