München. Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gerd Häusler, soll nach Medienberichten neuer Vorstandschef der Bayerischen Landesbank (BayernLB) werden. Das meldeten am Montag übereinstimmend «Spiegel Online» und die «Süddeutsche Zeitung» (Dienstagausgabe). Offiziell bestätigen wollte die Berichte niemand. Ein Sprecher der BayernLB sagte auf ddp-Anfrage, die Landesbank könne Personalfragen nicht kommentieren, da dafür der Verwaltungsrat zuständig sei. Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums sagte: «Zu Personalspekulationen äußere ich mich nicht.»

Laut «SZ» steht Häuslers Berufung unmittelbar bevor. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) habe am Montag im CSU-Vorstand gesagt, der neue Bankchef solle voraussichtlich noch diese Woche benannt werden. In Kreisen des CSU-Koalitionspartners FDP heiße es, Seehofer wolle Häusler als Bankchef haben.

«Spiegel Online» will aus Finanzkreisen ebenfalls erfahren haben, dass Häusler als Nachfolger von Michael Kemmer vorgesehen sei, der Ende 2009 wegen des Desasters mit der maroden österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) als Vorstandschef gehen musste. Seither leitet übergangsweise Vorstandsmitglied Stefan Ermisch die BayernLB. Durch den Erwerb der HGAA durch die BayernLB im Jahr 2007 ist dem Freistaat ein Verlust von rund 3,7 Milliarden Euro entstanden.

Häusler ist bereits stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der BayernLB, dem Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) vorsteht.

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