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Folgen von Pensionsrückstellungen

Pensionsrückstellungen – ein Pfeiler der betrieblichen Altersversorgung

Pensionsrückstellungen sind ein komplexes Thema. Deshalb gehen es viele Unternehmen gar nicht erst an. Dabei sind Informationen zur Pensionsrückstellung wenigstens in den Grundzügen zu erörtern. Gravierende Managementfehler können damit vermieden werden. Sowohl Gewinn und Cashflow werden beeinflusst.

Insbesondere bei Unternehmen, die eine Bilanz vorlegen müssen, ist eine exakte Berechnung unumgänglich. Wirken sich die Rückstellungen doch auch auf die Eigenkapitalquote sowie auf die Zahlungsfähigkeit und die Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen aus.

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Pensionsrückstellungen wirken sich auf die Bilanz aus!
Bild von un-perfekt auf Pixabay.

Was sind Pensionsrückstellungen?

Mit dem 1. Januar 2018 begann eine neue Zeitrechnung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Das damals eingeführte Betriebsrentenstärkungsgesetz sollte die betriebliche Altersversorgung für Firmen dieser Größenordnung interessant machen.
Um die Arbeitgeberattraktivität bei der Suche nach Führungskräften zu steigern, kann eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) ein Plus sein, um Spitzenkräfte an ein Unternehmen zu binden. Eine Möglichkeit hierfür ist die Erteilung von Pensionszusagen. Als Pensionsrückstellung wird dabei der heutige Gegenwert der künftigen Zahlungsverpflichtung in der Bilanz eingestellt.

Ausgestaltungsmöglichkeiten

Für die Ausgestaltung dieser Pensionszusagen sind in der Regel zwei Möglichkeiten vorgesehen.

Beitragsorientierte Pensionszusage

Bei dieser Variante zahlt der Arbeitgeber das Geld direkt mit dem Lohn oder Gehalt auf ein separates Konto. Der Arbeitnehmer entscheidet, auf welche Weise das zu geschehen hat. So sind sowohl Anleihefonds als auch Aktienkäufe möglich. Dabei tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Risiko der Wertentwicklung, denn der Arbeitgeber muss zumindest im Rahmen einer Mindestgarantie für die Vermögenswerte einstehen. Die Geldanlage erfolgt im Betriebsvermögen des Unternehmens.
Diese Art der Auszahlungen erscheint nicht in der Handelsbilanz, wenn die Kapitalanlage zu Gunsten des berechtigten Mitarbeiters verpfändet wurde.

Leistungsorientierte Pensionszusage

Hierbei macht der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bestimmte, verpflichtende Pensionszusagen auf eine spätere fixe Leistung. Er legt das Geld an und entscheidet allein über die Anlageform. Deshalb hat das Unternehmen das Risiko der Wertentwicklung der Geldanlage vollständig selbst zu tragen. Es empfiehlt sich, als Unternehmer den Rat eines Experten einzuholen.
Diese Form der Pensionsrückstellungen wirkt sich auf die Bilanz des Unternehmens aus. Die vereinbarten Versorgungsleistungen müssen dann erbracht werden, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter das Rentenalter erreicht hat. Die Pensionsrückstellungen nehmen Einfluss auf die jährliche Bilanz und somit den Unternehmenswert. Die Möglichkeit der Verrechnung mit angesparten Vermögen besteht hier jedoch ebenfalls.

Auswirkungen auf Gewinn, Zinsen und Cashflow

Leistungsorientierte Pensionsrückstellungen sind Zahlungen in der Zukunft und können nur unter bestimmten Annahmen berechnet werden. Diese können sich verändern, eine genaue Vorherbestimmung ist nicht möglich.
Dabei unterliegen Sterblichkeit und auch Gehaltstrends relativ wenig Schwankungen. Durch den rapiden Zinsverfall der letzten Jahre ist die Verzinsung vieler Anlageformen drastisch gesunken. Dadurch steigt der Barwert an. Dieser bezeichnet den Wert, welche zukünftige Verpflichtungen zum jetzigen Zeitpunkt haben.

Auswirkungen der Zinsentwicklung

Durch die Neuregulierung der Zinsen in Deutschland musste die sich dadurch ergebende Differenz als Erhöhung der Pensionsrückstellungen gebucht werden. Das hatte in der Vergangenheit bei vielen Unternehmen eine Senkung des Eigenkapitals zur Folge. Oft konnte die daraus entstehende Eigenkapitalquote nicht durch höhere Gewinne kompensiert werden, sodass die Zahlungsfähigkeit beeinträchtigt wurde.

Auswirkungen der veränderten Pensionsrückstellungen auf den Gewinn

Durch den veränderten Zinssatz bekommen die Pensionsrückstellungen einen anderen Wert. Sie wirken sich direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus, bewirken sie doch Veränderungen beim Dienstzeitaufwand und beim Zinsanteil. Der Dienstzeitaufwand wird unter Personalkosten gebucht. Damit erhöhen sich die Pensionsrückstellungen. Und dies hat dann sehr wohl Auswirkungen auf den Gewinn. In Zeiten von Zinssenkungen vermindert sich dieser innerhalb des betreffenden Abrechnungszeitraums.

Zinsen sind als Aufwand zu deklarieren

Da die Pensionsrückstellungen nicht sofort zur Auszahlung gelangen, müssen sie zum Jahresende verzinst werden. Die Rückstellungen sind im Endeffekt nichts anderes als ein Kredit, den der Mitarbeiter dem Unternehmen gewährt.
Die anfallenden Zinsen stellen somit einen Aufwand dar. Pensionsrückstellungen sind als Verbindlichkeiten mit Krediten und Anleihen zu vergleichen und deshalb in der Bilanz peinlichst genau zu deklarieren.

Auswirkungen auf den Cashflow

In dem Moment, indem die Rückstellungen zur Auszahlung kommen, belasten sie als konkrete Zahlungen den Cashflow. Deshalb sind längere Laufzeiten vorteilhafter, kann der Abfluss liquider Mittel doch verzögert werden.

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