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EU-Länder einigen sich auf 750-Milliarden-Paket zur Euro-Rettung – Börsen reagieren positiv

Brüssel/Berlin. Die EU-Finanzminister haben sich in der Nacht zu Montag in Brüssel auf ein Euro-Stabilisierungspaket im Umfang von 750 Milliarden Euro geeinigt. Davon sollen bis zu 500 Milliarden Euro von den Euro-Staaten und weitere 250 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds kommen, wie EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn am Montagmorgen in Brüssel mitteilte. Damit kommen auf Deutschland neue Bürgschaften von bis zu 123 Milliarden Euro zu. Der Euro legte nach der Entscheidung deutlich zu.

Das Hilfspaket der EU setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: 60 Milliarden Euro sollen von der EU-Kommission kommen, sie stehen per Verordnung direkt zur Verfügung. Weitere 440 Milliarden Euro stellen die Euro-Länder in Form von Bürgschaften für die Notfall bereit.

Rehn sagte bei einer Pressekonferenz, es werde alles getan, um den Euro zu sichern, koste es was es wolle. Europa habe in dieser Nacht Entschlossenheit gezeigt. Die Einigung auf das bislang größte Paket zur Rettung einer Währung kam in einer rund zwölfstündigen Krisensitzung der Finanzminister zustande. Die Beratungen standen unter Zeitdruck, da das Hilfspaket für die Euro-Länder noch vor Öffnung der Finanzmärkte am Montagmorgen bekanntgegeben werden sollte.

Begründet wurde das Rettungspaket damit, dass nach Griechenland in den vergangenen Tagen mehrere andere Staaten an den Märkten erheblich unter Druck geraten seien. Als nächste mögliche Opfer der Spekulation gelten Portugal, Spanien und womöglich Italien.

Die Anleger reagierten positiv auf die Entscheidung der Finanzminister. Der Euro legte deutlich zu. Gegen 7.30 Uhr notierte er bei 1,2910 US-Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank noch einen Referenzkurs von 1,2746 Dollar festgestellt. Mit dem Einbruch der Aktienmärkte am Freitagnachmittag war die Gemeinschaftswährung sogar bis auf 1,2620 Dollar gefallen.

Stützend wirkte auch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ein Programm für den Kauf privater und öffentlicher Schuldverschreibungen auflegt. Wie der EZB-Rat in der Nacht zum Montag mitteilte, soll damit die Tiefe und Liquidität in diesen Marktsegmenten gesichert werden, deren Zustand der EZB-Rat als «dysfunktional» bezeichnete. Ziel des Programms sei es, die mangelnde Funktionsfähigkeit von Wertpapiermärkten zu beseitigen und wieder einen ordnungsgemäß funktionierenden geldpolitischen Transmissionsmechanismus herzustellen, erklärte die EZB. Über das Ausmaß der Markteingriffe will der EZB-Rat noch entscheiden.

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