Berlin – Das Jahrbuch Immobilien 2014/15 ist erstmals als internationale Ausgabe erschienen: In 20 Beiträgen werden aktuelle Trends und künftige Entwicklungen in ausgewählten Ländern Europas dargestellt: Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Österreich, die Niederlande und Irland sowie Russland. Das „Jahrbuch Immobilien International“ ist daher anders als die auf den deutschen Immobilienmarkt fokussierten Vorgängerauflagen ganz auf das Geschehen am Immobilien- und Finanzierungsmarkt in Europa fokussiert.

Quelle: FLASKAMP UMMEN AG

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Die Herausgeber Robert Ummen, Sven R. Johns, Jacob Lyons und Torsten Hollstein blicken positiv auf den Jahresverlauf: „2014 ist wieder ein echtes europäisches Immobilienjahr. Die meisten Märkte sind dabei, sich zu erholen. Wir sehen wieder deutliche Belebungszeichen innerhalb einzelner Märkte. Bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung, dem Verbriefungsmarkt und den Non-Performing-Loans verhält es sich genauso. Das Tal der Tränen ist durchschritten. Und es wird immer klarer, dass Immobilieninvestition und gewerbliche Immobilienfinanzierung zwei Seiten der gleichen Medaille sind.“

„Nachdem die Eurozone 2013 einen Rückgang ihrer Wirtschaftsleistung um insgesamt 0,4 Prozent verzeichnete, deuteten sich im zweiten Halbjahr vermehrt Anzeichen einer Erholung an. Für 2014 sehen wir die Rückkehr auf einen bescheidenen Wachstumspfad und erwarten einen Zuwachs von rund einem Prozent“, so Patricia Wruuck, Deutsche Bank Research.

Volker de Boer, Vorstandsvorsitzender IFM Immobilien AG, stellt fest: „Insbesondere zahlreiche institutionelle Investoren haben sich in den vergangenen Jahren explizit auf Core-Immobilien fokussiert. Auch wenn dieses Interesse weiter anhalten wird, können wir davon ausgehen, dass Anleger sich angesichts der starken Nachfrage nicht mehr – wie bisher – primär auf Premiumlagen der Kernmärkte beschränken, sondern zunehmend auch auf andere Segmente ausweichen werden.“

Gleichzeitig kommt der lange dahinsiechende NPL-Markt wieder in Schwung. Christian Daumann, Geschäftsführer CR Investment Management, wertet dies als weiteren Beleg für die Erholung des Immobilienmarktes: „Die seit Mitte 2013 zunehmenden Verkaufsaktivitäten mit großvolumigen, zum Teil paneuropäischen Kreditportfolios haben sich auch 2014 dynamisch fortgesetzt. Nunmehr sollten auch andere, bisher nicht am Markt als Verkäufer wahrgenommene ausländische Kreditgeber die Veräußerung von Forderungsbeständen prüfen oder mit der Veräußerung beginnen.“

Auch „Immobilie und Finanzierung“ ist heutzutage ein internationales Thema. Aber eine koordinierte, länderübergreifende, europäische Immobilienpolitik ist dagegen nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Entscheidende Impulse gehen stattdessen von der EZB aus. „Der europäische Verbriefungsmarkt sollte wiederbelebt werden“, so EZB-Präsidiumsmitglied Yves Mersch. „Dieser kann insbesondere eine Brücke schlagen zwischen dem eingeschränkten direkten Kapitalmarktzugang kleiner Firmen und dem Bedürfnis der Banken, Klumpenrisiken zu vermeiden sowie dem Bedarf von institutionellen Anlegern nach entsprechenden Produkten.“

„Der Markt für Immobilienfinanzierungen unterliegt einem signifikanten Strukturwandel“, so Dr. Thomas Beyerle, Corporate Sustainability & Research bei der IVG Immobilien AG. „Insbesondere durch Basel III werden Banken Risiken zukünftig mit mehr und höherwertigem Eigenkapital unterlegen müssen. Gleichzeitig sind durch den Vertrauensverlust in die Banken sowie den Abbau staatlicher Garantien deren Refinanzierungskosten gestiegen, sodass es großen Nichtfinanzierungsunternehmen in zunehmendem Maße gelingt, neue Finanzierungskanäle aufzubauen. Institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen werden ihre Aktivitäten auf Europas Immobilienfinanzierungsmärkten in den nächsten Jahren zweifelsohne deutlich ausweiten.“

Wie Curth-C. Flatow, FAP, in seinem Beitrag verdeutlich, besitzt Deutschland mit dem international anerkannten Pfandbrief ein einzigartiges Refinanzierungsmittel. „Steigende Neugeschäftszahlen im 3. Quartal 2013 und ein zunehmender Druck auf die Margen durch steigenden Wettbewerb sind derzeit charakteristisch.“ Dr. Torsten Schwarze, Morgan, Lewis & Bockius LLP ergänzt, dass der Pfandbrief aber nicht zum „Investorenliebling“ im deutschen Immobilienfinanzierungsmarkt zählt: „Obwohl Pfandbriefe außergewöhnlich solide Finanzinstrumente darstellen, finden sie aufgrund des derzeitigen Marktumfelds und des recht engen rechtlichen Rahmens des Pfandbriefgesetzes nur begrenzt Verwendung, um den Finanzierungsbedarf des deutschen Immobilienmarktes zu decken. Trotz des gestiegenen Investoreninteresses an sicheren und transparenten Investitionen scheint der deutsche Pfandbrief, der diese Kriterien definitiv erfüllt, im gegenwärtigen Marktumfeld zu wenig Rendite zu bieten, um als Anlageform attraktiv zu sein.“

Die Bandbreite der Buchbeiträge reicht von der Betrachtung einiger ausgewählter europäischer Märkte bis hin zur Analyse einzelner Marktsegmente und Assetklassen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Finanzierung und der Transaktionsmarkt in Europa – diskutiert werden dabei Formen und Instrumente der Immobilienfinanzierung.

Das Immobilien Jahrbuch erscheint mittlerweile im neunten Jahr. Gemeinsam mit Jacob Lyons und Torsten Hollstein (CR Investment Management) veröffentlichen Robert Ummen und Sven R. Johns eine Pflichtlektüre für alle Marktteilnehmer, Investoren, Banker, Corporate Finance Berater, Asset- und Investmentmanager, Transaktionsberater sowie Sachverständige und an der Immobilienwirtschaft Interessierte. Das Jahrbuch Immobilien International ist ab sofort zum Preis von 39,80 Euro erhältlich und kann per E-Mail an info@wwv-berlin.de bestellt werden.

Quelle: FLASKAMP UMMEN AG

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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