Düsseldorf (ots) – Aktuell wird das Für und Wider der Kennzeichnungspflicht von Einweg- und Mehrwegverpackungen diskutiert. Dabei steht eines fest: Die Getränkedose wird bei Verbrauchern immer beliebter. Allein in Deutschland wurden in 2012 rund 1,4 Milliarden Dosen verkauft, europaweit sogar 57 Milliarden. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen möglicherweise Vorbehalte den Griff zur Dose verhinderten. Aufgrund hoher Recyclingraten und sinkendem Materialverbrauch bei der Herstellung verbessert die Getränkedose kontinuierlich ihren ökologischen Fußabdruck.

Keine andere Getränkeverpackung erreicht so hohe Recyclingraten: 96 von 100 Dosen gelangen in Deutschland, vorwiegend über Rückgabeautomaten, zurück in den Recyclingkreislauf. Je höher die Recyclingrate, desto besser die CO2-Bilanz. Sie ist weltweit die am meisten recycelte Getränkeverpackung und kann unendlich oft wiederverwertet werden. Da die Qualität des recycelten Metalls ebenso hoch ist wie die des Primärmaterials, kann es auch immer wieder für die Herstellung von Getränkedosen oder für die Produktion anderer hochwertiger Produkte eingesetzt werden.

Weniger Gewicht spart Energie ein

Zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks trägt auch maßgeblich das geringe Gewicht bei. Eine 0,5 Liter-Dose aus Aluminium bringt heute weniger als 16 Gramm auf die Waage und wiegt damit knapp 42 Prozent weniger als Anfang der 1980er Jahre. Vom Gesamtgewicht der gefüllten Getränkeeinheit entfallen damit gerade einmal 3 Prozent auf die Verpackung. Tendenz weiter sinkend. Die erhebliche Gewichtsreduktion und die kompakten Maße der Dose sind auch in Bezug auf den Transport von Getränken von Bedeutung.

“Ein Lastwagen voll mit Getränkedosen transportiert im Schnitt die doppelte Menge Flüssigkeit wie ein Lkw, der Getränke in Flaschen befördert”, weiß BCME-Sprecher Welf Jung und bekräftigt, dass andere Verpackungsformen diesbezüglich klar auf der Strecke bleiben: “Der CO2-Ausstoß bei der Beförderung von gefüllten Getränkedosen ist dadurch deutlich geringer als beim Transport von Getränken in Flaschen.”

Drastische Veränderungen im Mehrwegsegment

Neben dem Gewicht sind beim ökologischen Vergleich mit anderen Getränkeverpackungen auch die Transportdistanzen und die zunehmende Individualisierung der Mehrwegflaschen von Bedeutung. “Das Mehrwegsegment hat sich seit Mitte der 90er Jahre drastisch verändert”, erläutert Welf Jung. “Die standardisierte Pool-Flasche wird zum Auslaufmodell, dagegen steigt der Anteil individuell gestalteter Mehrwegflaschen, deren Wiederbefüllungsraten damit sinken. Außerdem müssen die leeren Individualflaschen wieder zum Abfüllungsort zurück transportiert werden.” So müssen die Individualflaschen einzelner Marken lange Distanzen, meist per LKW, zum Abnehmer und anschließend wieder zum Befüller zurücklegen. Dies wirkt sich neben hohen CO2-Emissionen ebenfalls negativ auf die Umlaufquoten aus. Die Dose hingegen profitiert hier von einem gut organisierten Recyclingsystem, das eine ortsunabhängige Befüllung und Rückgabe ermöglicht.

Aus diesen Gründen sind pauschale Aussagen wie “Mehrweg ist immer gut – Einweg immer schlecht” nicht mehr haltbar. Auch deshalb stellt das Umweltbundesamt gegenwärtig die Ökobilanzen verschiedener Getränkeverpackungen auf den Prüfstand.

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