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Der Dampf der E-Zigarette – gesundheitliche Risiken und neue Erkenntnisse

Der Boom der E-Zigaretten startete im Jahre 2013 und erbrachte damals bereits einen Jahresumsatz von 2.5 Milliarden US-Dollar weltweit. Auch Vaporizer genannt, bringt es eine Flüssigkeit – auch Liquid genannt – durch eine elektronisch beheizte Wendel zum Verdampfen. Dadurch entsteht der sogenannte Nassdampf. Dieser Dampf unterscheidet sich von anderen heißen Dämpfen insofern, dass er erst nach einer Abkühlung, die durch einen Kanal in der E-Zigarette bewirkt wird, den Mundraum erreicht. Das verdampfte Liquid kondensiert und das zuerst gasförmige Wasser zerstäubt zu feinsten Tröpfchen.

Schon lange davor, als die ersten Menschen in unserer heutigen Zeit aus den E-Zigaretten pafften, wurde der erste Verdampfer entwickelt und erfunden. Nicht wie viele meinen, war es der Chinese Hon Lik im Jahre 2003, der den ersten Verdampfer erfand, lange vor ihm ließ Herbert Gilbert 1963 die erste E-Zigarette patentieren. Seine Idee der Zigarette, die den Tabakrauch nicht durch verbrennen, sondern durch Erhitzen der Luft bzw. der Flüssigkeit entstehen ließ, ging mangels Nachfrage nie in Produktion. Interessanterweise fügte er damals als Zitat hinzu: ,, Sie – also die Tabakunternehmen – haben getan, was sie tun, um ihre Märkte zu beschützen.” Außerdem sprach er: „Ich bin mir sicher, dass viele große Erfindungen, die den Menschen in der Vergangenheit wie auch heute nützlich sein können, dieselbe Behandlung erhalten. John Cameron hat mich gelehrt, das Timing alles sein kann. Ich war meiner Zeit voraus und inmitten dieser Zeit, wie viele bestätigen, war es die mächtigste Werbeperiode von Big Tobacco.“

Dieses Liquid kann nun gepafft oder inhaliert werden. Der große Unterschied zur normalen Zigarette, die jeder kennt, ist, dass kein Verbrennungsprozess stattfindet. Durch diesen Prozess wird davon ausgegangen, dass der Konsum der E-Zigarette weniger schädlich sei, als es die Zigarette ist, die den Tabak verbrennt. So geht das britische Gesundheitsministerium davon aus, dass der E-Zigarettenkonsum etwa 95 Prozent weniger schädlich ist, als das herkömmliche Rauchen.

Doch was sagen Studien zu Gesundheitsrisiken, welcher Meinung sind die Kritiker, welche Arten der Verdampfer gibt es, sind Einsteigerprodukte auf dem Markt, gibt es verschiedenen Liquids und lohnt sich der Kauf gegenüber der Standard-Zigaretten. All diese Fragen werden Bestandteil dieses Artikels sein.

Die unterschiedlichen Arten der Verdampfer

Derzeit befinden sich eine Vielzahl der unterschiedlichsten E-Zigaretten auf dem Markt. Angefangen von der Liquidkapazität – also der Menge, die an Flüssigkeit zur Verdampfung mitgetragen werden kann -, der Akkukapazität und deren Versorgungsspannung.

Als weniger erfolgreich haben sich mittlerweile die Einwegverdampfer herausgestellt. Konsumenten, die als ständige Nutzer im Markt als Nachfrager auftreten, bevorzugen die E-Zigarette, die längerfristig benutzt werden kann. So wählen Käufer auch gerne das Design, das zu ihnen passt und mit dem sie sich am besten identifizieren können. Denn von einigen wird der Verdampfer auch als eine Art Modeaccessoire angesehen und der Markt reagiert darauf mit den unterschiedlichsten Formen und Farben.

Teile der E-Zigarette, die als Verdampfereinheit und Akkueinheit dienen, werden typischerweise durch ein Schraubgewinde miteinander verbunden. Daher lassen sich die verschiedensten Kombinationen zur Farbe und Akkulaufzeit von den Konsumenten selbst wählen und anpassen.

Als Verdampfersysteme bietet der Markt derzeit eine Menge an Systemen. Hier im Folgenden eine der wichtigsten Sorten im Überblick:

  • Der Verdampfer mit wechselbaren Kopf – Der Wendel, der als Erhitzer des Liquids dient, und der Liquidträger sitzen in der Verdampfereinheit. Der Vorteil dieses Systems liegt in der Wechselbarkeit der Teile.
  • Der Einweg-Verdampfer bzw. POD-System – Hier sind Heizwendel und Träger des Flüssigkeit fest mit dem Vorratstank verbaut. Dieser Tank ist meist bereits gefüllt, kann aber von manchen Herstellern nachgefüllt werden. Verbrauchseinheiten sind bei diesen Systemen die Verdampfer und zumeist Tankeinheit, die nach der Entleerung bzw. dem Verbrauch der Heizwendel ausgetauscht werden müssen.
  • Der Selbstwickelverdampfer – Trägermaterial und Heizwendel können vom Konsumenten selbst frei angepasst und ausgetauscht werden. Sie unterscheiden sich meist völlig von der Form der herkömmlichen Verdampfer und sind für die bereits erfahrenen und fortgeschrittenen Verbraucher geeignet.
  • Der RDA oder auch Tröpfelverdampfer genannt – Er verdampft das Liquid ohne Tank. Das bedeutet, die Flüssigkeit muss direkt auf die Heizspirale getröpfelt werden.

Die gesundheitlichen Risiken der Verdampfer

Substanzen, wie etwa die Formaldehyde oder Acetaldehyde die zu den krebserregenden also Kanzerogene Substanzen gehören, sind in ihrer Konzentration beim Rauchen stark von der Leistungsfähigkeit der Batterie und des Gerätetyps abhängig. Auch sei nach Aussage der DKFZ – das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg – die Wahl der Flüssigkeit, die beim Verdampfen gewählt wird, von deren Auftreten entscheidend.

Für Raucher, die bereits mehrfach versucht haben, von der Zigarette loszukommen, kann der Umstieg auf die E-Zigarette tatsächlich gesundheitliche Vorzüge bedeuten. Denn die Hersteller der Liquids bieten derzeit auch Flüssigkeiten für den Verdampfer an, die wenig bis hin zu keine Zusätze von Nikotin aufweisen. So kann sich der Raucher selbst seinen Konsum einstellen und entscheiden, ob er durch den Umstieg zum Verdampfer ganz oder gar komplett auf das Inhalieren des Nikotins verzichten möchte.
Bisher wurden durch die Medien eher negative Beiträge zum Thema Verdampfer berichtet. Allen voran war stets die Mitteilung, dass aussagekräftige Langzeitstudien noch ausstünden. Auch reagierte die Politik verhalten auf das seit dem Jahre 2013 mehr und mehr verbreitete Thema E-Zigarettenkonsum. Frau Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung forderte seit langem eine repräsentative Studie, die die Langzeitauswirkungen der neuartigen Zigarette auf die Gesundheit des Menschen aufzeigt.

Doch nun ging Italien als Pionier voraus und veröffentlichte eine Studie zum Thema Konsum aus dem Verdampfer und deren gesundheitlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Als Urheber der Studie ist Prof. Dr. Riccardo Polosa, Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität von Catania in Italien zu nennen.

Hier nun die interessantesten Forschungsergebnisse zum Konsum der E-Zigarette:

  • Eine Schädigung des Herz- und Kreislaufsystems sowie der Atemwege konnten nach intensivem Gebrauch auch nach über 3,5 Jahren nicht bestätigt beziehungsweise nachgewiesen werden.
  • Der Urheber und Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie bestätigte keine nennenswerten Veränderungen der Gesundheit bei den teilgenommenen Personen.

Für die Branche dürfte außerdem von Interesse sein, dass die Art und die Ausführung der Studie als Wegweise für weitere nachfolgende Studien sein dürften. Denn diese Ergebnisse aus Italien unterscheiden sich stark von bisherigen Erwartungen, da Testpersonen augesucht wurden, die vorher nicht den üblicheren und schädlicheren Tabakrauch konsumierten und somit bereits Lungenschäden davongetragen hatten.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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