Die Innovationsausgaben der innovationsaktiven kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind laut Gutachten in Deutschland im internationalen Vergleich gering. Zu hohe Innovationskosten und ein zu hohes wirtschaftliches Risiko seien die am weitesten verbreiteten Innovationshemmnisse. Erneut beklagt die EFI die in Deutschland fehlende steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung.

Robotik im Wandel

Beim Robotereinsatz in der industriellen Fertigung, insbesondere im Fahrzeugbau, ist Deutschland laut Gutachten derzeit noch gut aufgestellt. Konkurrenz erwachse jedoch aus Robotik-Nationen wie den USA, Japan, Südkorea und China. Als ein wichtiger Wachstumsmarkt der Zukunft gelte der Bereich Servicerobotik. Hier sei Deutschland bisher nicht gut positioniert.

Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft

Die wirtschaftliche Bedeutung datengetriebener Dienste und Geschäftsmodelle, die den strategisch wichtigen Zugang zum Endkunden besetzen können, habe erheblich zugenommen. Laut EFI-Gutachten konnte Deutschland bislang weder in der klassischen IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnik) noch in den neuen, internetbasierten Bereichen der digitalen Wirtschaft (Cloud Computing, Big Data) besondere Stärken aufbauen.

E-Government in Deutschland

Electronic Government steht für die Abwicklung von Regierungs- und Verwaltungsprozessen mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken über elektronische Medien. Verschiedene Studien – so die EFI – zeigen, dass Deutschlands E-Government im internationalen Vergleich deutlich zurückliegt. Der Rückstand spiegle vor allem ein begrenztes und wenig nutzerfreundliches E-Government-Angebot wider.

„In allen Bereichen sehen wir einen deutlichen Handlungsbedarf für die Bundesregierung”, sagt Ingrid Ott. Die Expertenkommission erneuert ihre Einschätzung, dass Digitalisierung, Vernetzung und die Einführung neuer internetbasierter Geschäftsmodelle disruptive Veränderungen ver-ursachen. Die EFI ist angesichts der Erfahrungen aus den 1980er Jahren zuversichtlich, dass Deutschland bei den erforderlichen Anpassungen des Arbeitsmarktes gut abschneiden kann. Insgesamt sei die deutsche Politik derzeit aber zu sehr auf die Verteidigung etablierter deutscher Stärken ausgerichtet. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Digitalisierung würden nicht ausreichend berücksichtigt. Deutschland müsse in Zukunft verstärkt an der Erschließung neuer Quellen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze beteiligt sein – dazu bedürfe es auch eines Umdenkens in der Politik.

Quelle: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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