Tokio/New York. Die Autohersteller Daimler, Renault und Nissan haben sich Zeitungsberichten zufolge auf eine gegenseitige Kapitalbeteiligung geeinigt. Daimler und Renault würden jeweils drei Prozent an dem anderen Unternehmen übernehmen, berichteten die Wirtschaftszeitungen «Nikkei» und das «Wall Street Journal». Mit dem japanischen Renault-Partner Nissan steuerte der Stuttgarter Konzern auf eine ähnliche Vereinbarung zu.

Die Fahrzeughersteller wollen mit einer Allianz eine weitreichende Kooperation im Bereich der Kleinwagen zementieren und mit einem damit verbundenen Technologieaustausch Kosten sparen. Eine informierte Person sagte dem «Wall Street Journal», die Allianz werde bereits am Mittwoch bekanntgegeben.

Die Allianz umfasse auch den Hersteller Nissan, an dem die Franzosen mit 44 Prozent beteiligt sind. Im Gegenzug halten die Japaner 15 Prozent an Renault. Carlos Ghosn ist Chef beider Unternehmen. Der Daimler-Plan zur Kooperation im Bereich der Kleinwagen wird wohl auch Gegenstand der jährlichen Hauptversammlung am 14. April in Berlin sein.

Sich an einem Massenhersteller zu beteiligen wäre für Daimler nach Einschätzung von Beobachtern kein einfaches Unterfangen. Beim Versuch Größenvorteile zu nutzen, hatten sich die Stuttgarter in den vergangenen Jahren bereits mit dem US-Autohersteller Chrysler und dem japanischen Wettbewerber Mitsubishi zusammengetan. Beide Kooperationen waren allerdings wenig erfolgreich.

Ein allgemeiner Trend der Verbraucher hin zu Kleinwagen und spritsparenden Modellen zwingt Hersteller zu Kooperationen, mit denen sie Kosten teilen können. Klein- und Kompaktwagen sind für gewöhnlich weniger profitabel als größere Fahrzeuge. Bei Daimler war am Dienstagmorgen kurzfristig niemand zu erreichen. Renault wollte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äußern.

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