Münchner Konzern lässt Konkurrenz hinter sich – Werk in Brasilien steht auf der Kippe

München (dapd-bay). BMW hat in den ersten drei Monaten des Jahres ein Rekordergebnis erzielt und die Konkurrenten Audi und Mercedes deutlich abgehängt. Das Münchner DAX-Unternehmen schnitt bei Gewinn, Umsatz und Absatz so gut wie noch nie in einem Auftaktquartal ab, wie BMW am Donnerstag mitteilte.

Der Konzernüberschuss stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 18,29 Milliarden Euro. Die Zahl der Auslieferungen legte um mehr als 40.000 auf 425.528 zu.

BMW schnitt damit besser ab als die beiden anderen deutschen Premiumhersteller Audi und Mercedes. Audi machte mit 346.137 verkauften Fahrzeugen einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro. Mercedes lieferte 338.300 Autos aus und setzte 14,9 Milliarden Euro um.

Alle Marken auf Rekordkurs

BMW will auch im Gesamtjahr Rekorde aufstellen. “Wir streben 2012 weiterhin neue Bestmarken bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern an”, sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Die BMW Group wolle von allen drei Marken – BMW, Mini und Rolls-Royce – so viele Fahrzeuge verkaufen wie noch nie.

Mit seinen Autos setzte BMW im ersten Quartal insgesamt 16,16 Milliarden Euro um. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 12,4 Prozent. Der Umsatz mit Motorrädern legte um knapp 13 Prozent auf 448 Millionen Euro zu.

Die Forschung und Entwicklung von spritsparenden Leichtbaufahrzeugen und von Elektrofahrzeugen will Reithofer forcieren. Als erstes Elektroauto soll der BMW E3 Ende 2013 auf den Markt kommen. Voraussichtlich Anfang 2014 soll der E8 folgen.

Bis zum 100. Geburtstag des Autokonzerns im Jahr 2016 will BMW jährlich mehr als zwei Millionen Fahrzeuge ausliefern, wie Reithofer weiter sagte.

Die Zahl der weltweiten Mitarbeiter stieg innerhalb eines Jahres um mehr als fünf Prozent auf 101.260. Neben neu eingestellten Ingenieuren und Fachkräften schlug dabei auch die Übernahme der ING-Car-Lease-Gruppe, eines Leasingunternehmens, zu Buche.

Das geplante Werk in Brasilien steht jedoch auf der Kippe. Die bisherigen Planungen liegen auf Eis, wie Reithofer sagte. Er verwies auf neue Regulierungen der Regierung. Diese müssten genau geprüft werden. BMW gehe nur dann in ein Land, wenn es wirtschaftlich sinnvoll sei.

Warnstreiks sorgen für Produktionsausfälle

Die Warnstreiks der IG Metall machen dem BMW-Chef kaum Sorgen. “Wir sind nicht beunruhigt”, sagte Reithofer. Der Ausstand sei Teil der Tarifauseinandersetzungen. “Wir verlieren natürlich Produktion”, fügte Reithofer hinzu. BMW müsse sich nun Gedanken machen, “wie wir die Produktion wieder aufholen”.

Zur Kritik, dass BMW zahlreiche Leiharbeiter über längere Zeit beschäftige, sagte Reithofer: “Wir sitzen derzeit mit unseren Betriebsräten zusammen, um das Thema Leiharbeiter zu besprechen.” Dabei gehe es um die Flexibilität des Unternehmens.

Veröffentlicht am: