Duisburg. Die Adselect GmbH aus Duisburg feierte am 4. Oktober 2010 ihr achtjähriges Bestehen. 8 Jahre bewegte Firmengeschichte, in denen das Unternehmen als Premiumwerbevermarkter im Onlinewerbemarkt erfolgreich tätig ist. Ralf Hammerath und Martin Reichhardt, Firmengründer und Geschäftsführer, beleuchten im Interview, wie aus dem Unternehmen eine Topadresse wurde, wenn es um Reichweite und solide Geschäftsbeziehungen für Internetseitenbetreiber und Anzeigenkunden geht.

Mi-Na: Herr Hammerath, Herr Reichhardt, 8 Jahre ADSELECT – 2002 sind Sie zusammen mit einem angestellten Techniker gestartet, anno 2010 beschäftigt Ihr Unternehmen 12 Mitarbeiter und kann als Vermarkter auf zahlreiche Premiumadressen in Punkto Anzeigenkunden und Internetseitenbetreiber zurückgreifen. Was war Ihre Vision und Ihr Anspruch bei der Gründung von Adselect ?

Hammerath: Natürlich gibt es immer viele Faktoren, die einem zum Schritt aus dem komfortablen Angestelltenverhältnis in die risikobehaftete Selbstständigkeit bewegen. Bei uns waren rückblickend wohl zwei Dinge ausschlaggebend: zum Einen haben wir im Rahmen unserer damaligen Tätigkeit bei einem Technologieanbieter (Adserving) einfach den Bedarf am Markt gespürt, denn letztendlich sind wir dann in der Wertschöpfungskette nur einen Schritt weiter gegangen. Zum Anderen waren wir als abhängig Beschäftigte, wenn auch in leitender Position, in unserem Gestaltungsspielraum eingeschränkt.

Mi-Na:  Welche Ereignisse in der Unternehmenshistorie erachten Sie als besonders wichtig?

Hammerath: Ein wichtiger Schritt in der Unternehmensausrichtung war im Jahre 2004 die Ausgliederung und der spätere Verkauf des Geschäftsbereichs Performance-Marketing in eine eigene Gesellschaft und die Konzentration bei ADselect auf das Premium-Segment. Damit wurde ADselect vom „Bauchladenvermarkter“ zum Anbieter von hochwertigen Werbeumfeldern umgebaut.

Reichhardt: Die Eröffnung der Niederlassung in Hamburg im Jahre 2008 war dann die logische Konsequenz aus unserer Philosophie, dass auch (oder gerade) im Zeitalter der Videokonferenzen und sonstigen modernen Kommunikationsmethoden der persönliche Kontakt zum Kunden unersetzlich ist. Unsere hochwertigen und auch hochpreisigen Produkte, insbes. Sonderwerbeformen und individuelle Integrationslösungen, sind erklärungs- und verkaufsbedürftig. Hamburg deshalb, weil es neben Düsseldorf der wichtigste Medienstandort in Deutschland ist, wir werden dort 2010 ca. 40 % unseres Umsatzes generieren.

Mi-Na: Was ist Ihr Erfolgsrezept, was hebt ADSELECT heute von seinen Wettbewerbern ab?

Hammerath: In Zeiten immer diffiziler werdender technischer Möglichkeiten hinsichtlich der Aussteuerung von Werbekampagnen im Internet – als Stichworte seien Behavorial Targeting, ReTargeting, Predictive Behavorial Targeting, genannt, verlieren die thematischen Umfelder für Werbekunden an Bedeutung. Konkret bedeutet dies, ein Werbekunde bucht nicht mehr unbedingt das Themenumfeld „Automobiles“, sondern er bucht immer öfter die Zielgruppe „besserverdienende Männer im Alter zwischen 30 und 45“. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass die Werbeträger und damit auch deren Vermarkter immer eher austauschbar sind.

Wir legen bei ADselect seit dem ersten Tag auch höchsten Wert auf die „weichen“ Faktoren, die Zufriedenheit unserer Kunden hinsichtlich Zuverlässigkeit, Erreichbarkeit, technischen Support, kurze Reaktionszeiten, schnelle Abrechnungen etc. Das hört sich wohl abgedroschen an, in der Tat bekommen wir aber häufig positives Feedback gerade in solchen Angelegenheiten. Wir sind selbst gelegentlich frustriert, wenn wir als Kunde schlecht behandelt werden, und wollen unseren Kunden dies um jeden Preis ersparen.

Mi-Na: Stichwort Innovationen. Was verrät uns diesbezüglich der Blick in die Zukunft – haben Sie neue Projekte in der Pipeline?

Hammerath: Zwei Schlagworte bewegen die Branche seit einiger Zeit. Das eine ist Social Media Marketing, das andere ist Video Advertising. Während erstgenanntes schwer im klassischen Vermarktungsgeschäft abzubilden ist, auch wenn unsere Mitbewerber das gerne bestreiten, ist der Bereich des Video Advertisings für uns ein ganz heißes Eisen. Aktuell ist die Marktsituation tatsächlich so, dass mehr Werbebudget verfügbar ist als ausgegeben werden kann, weil es an Reichweite mangelt. Hier setzt die clipSolution GmbH an, ein Joint Venture von ADselect und mov.ad, einem der führenden Technologieanbieter im Bereich Onlinevideo/Streaming. Wir schaffen Reichweite, indem wir Webseitenbetreiber kostenlos einen Player mit professionellen Videoclips zur Integration in seine Seite anbieten, die wir dann werblich vermarkten. Davon profitiert dann sowohl der Publisher als auch der Contentlieferant. Und wir natürlich. Ehrlicherweise muss man aber dazu sagen, dass einige große Player am Markt trotz der eigentlich komfortablen Situation bereits rein vorsorglich die Preise auch in diesem Segment klein geredet haben.

Mi-Na: Wo geht die Reise in den nächsten Jahren von ADSELECT hin?

Reichhardt: Wir erwarten in den nächsten Jahren eine deutliche Konsolidierung in unserem Markt. Derzeit gibt es in Deutschland geschätzt 700 Vermarkter, und es macht eigentlich niemand einen Hehl daraus, dass diese Zahl mittelfristig deutlich unter 100 liegen wird. ADselect ist aktuell in den Top 50 angesiedelt; die Herausforderung für die Zukunft ist, eine Relevanz für die Werbetreibenden zu bewahren, durch Wachstum, durch Alleinstellungsmerkmale, und wenn nötig, durch Zukäufe oder Fusionen.

Mi-Na: Vielen Dank für das nette Interview und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview führte Sven-Oliver Rüsche (Mi-Na.de)

Weitere Informationen zum Unternehmen:

www.adselect.de

www.clipsolution.de

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Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist Gründer der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de in der Redaktion erreichbar.
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