Karlsruhe – Lebensmittelhändler haben Schwierigkeiten, ihre Prozesse in der Warendisposition an den Kundenanforderungen auszurichten. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sie viele ihrer Entscheidungen nach wie vor nach Bauchgefühl treffen, so das zentrale Ergebnis einer Umfrage von Blue Yonder, dem führenden Anbieter von Predictive Applications für den Handel, unter 750 Managern und Führungskräften im Lebensmittelhandel aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Quelle: Blue Yonder GmbH/FAKTOR 3 AG

Quelle: Blue Yonder GmbH/FAKTOR 3 AG

Obwohl die Nutzung von Machine Learning-Algorithmen für automatisierte Warendisposition und Absatzplanung ansteigt, führen in Deutschland noch mehr als die Hälfte des Einzelhandels (52 Prozent) die Prozesse manuell durch (weltweit: 46 Prozent). Das ist überraschend, weil gleichzeitig 72 Prozent der Umfrageteilnehmer Automation als wesentlichen Punkt identifizieren, um die Kundenbedürfnisse mit schnelleren Entscheidungen optimal bedienen zu können. Weitere 38 Prozent der befragten Führungskräfte sagen zudem, dass sich durch manuelle Entscheidungen das Tempo ihrer Prozesse verringert.

„Im Lebensmittelhandel geht es um die richtige Balance zwischen Frische und Verderblichkeit“

„Gerade die operativen Entscheidungen in der Warendisposition sind absolut kritisch, damit die Käufer genau das bekommen, was sie wollen – zum richtigen Zeitpunkt und über den von ihnen gewünschten Kanal“, sagt Prof. Michael Feindt, Gründer und Chief Scientific Advisor von Blue Yonder. „Im Handel mit frischen Lebensmitteln ist das noch wesentlich komplizierter: Hier ist die Balance zwischen Frische und Verderblichkeit noch viel schwerer zu halten. Mit dem wachsenden Wunsch der Verbraucher nach ständiger Warenverfügbarkeit brauchen Lebensmittelhändler den Vorsprung, den ihnen Machine Learning-Algorithmen und Automatisierung Tag für Tag für die besten Entscheidungen bei der Warendisposition liefern.“

Bauch überstimmt Zahl

Die Studie ergab auch, dass der Prozess für Lagerhaltung noch immer weitgehend manuell abläuft und automatisierte Entscheidungen oft genug durch Bauchentscheidungen „überstimmt“ werden – und das, obwohl Lebensmittelhändler die Notwendigkeit für Investitionen in die Automatisierung ihrer Warendisposition längst erkannt haben.

61 Prozent der Verantwortlichen geben in der Umfrage an, in den vergangenen zwei Jahren schon in die Optimierung der Lagerhaltung investiert zu haben. In Deutschland beträgt dieser Anteil sogar 67 Prozent.

31 Prozent der Entscheider (Deutschland: 29 Prozent) sagen, sie werden in den kommenden zwei Jahren in die Verbesserung der Warenverfügbarkeit investieren.
Allerdings werden weltweit noch 46 Prozent der Warendisposition manuell erledigt – in Deutschland mit 52 Prozent sogar mehr als die Hälfte.

90 Prozent der weltweiten Entscheider geben an, dass sie Probleme bei der Umsetzung von Kundenanforderungen haben. In Deutschland ist der Umfrage zufolge jeder Händler davon betroffen. Hier beträgt dieser Wert sogar 100 Prozent!

Da ist es kein Wunder, dass alle Anbieter an der Verbesserung der Warenverfügbarkeit arbeiten. Nachholbedarf sehen sie vor allem bei Frische und Qualität der von ihnen angebotenen Ware.

Aus der Umfrage geht auch hervor, wo sich eine falsche Strategie vor allem auswirkt: Allein in Deutschland entsorgen Einzel- und Großhändler jedes Jahr rund 550.000 Tonnen Lebensmittel. Unter Berücksichtigung der Lieferketten steigt diese Zahl auf mehr als 2,4 Millionen Tonnen jährlich. „Hier landen also die schmalen Margen der Branche buchstäblich auf dem Müll“, kommentiert Michael Feindt. „Angesichts der vielen Händler, die ihre Warendisposition immer noch mit manuellen Prozessen begleiten, ist das aber kein Wunder.“

Automatisierte Warendisposition ist einer der Schlüsselfaktoren für verbesserte Prozesse

Die Kaufland-Gruppe, welche Verbrauchermärkte in den Ländern Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Polen, Kroatien, Rumänien und Bulgarien betreibt, setzt bereits länger auf eine automatisierte Warendisposition: „Für uns ist es absolut erfolgskritisch, genau die jeweils benötigte Menge an Frischfleisch in jedem Markt verfügbar zu haben“, sagt Ralph Dausch, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kaufland und dort für die Prozesskette Frischfleisch verantwortlich. „Die automatisierte Warendisposition auf Basis genauer Verkaufsvorhersagen spielt dabei eine zentrale Rolle. Unsere Arbeit mit Blue Yonder hat bei uns zu signifikant optimierten Prozessen geführt – im Ergebnis haben wir höhere Frische bei niedrigeren Abschriften. Unter Beibehaltung guter Warenverfügbarkeit.“

Zum Weiterlesen:

Für die Studie „Sechs Gründe, warum Lebensmittelhändler schnellere Entscheidungen treffen müssen“ hat das Marktforschungsunternehmen Censuswide im Auftrag von Blue Yonder 750 Entscheider aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt. Censuswide orientiert sich an den Methoden der britischen Market Research Society (MSR), die wiederum auf den Prinzipien der ESOMAR beruhen. Das vollständige Whitepaper finden Sie hier.

Blue Yonder. Täglich die besten Entscheidungen.

Blue Yonder ist der führende Anbieter von cloudbasierten Predictive Applications für den Handel. Wir liefern Handelsunternehmen täglich Entscheidungen, um ihren Umsatz zu steigern, ihre Margen zu erhöhen und schnell auf die Herausforderungen des dynamischen Marktes reagieren zu können. Unsere Lösungen zur Preisgestaltung und Warendisposition basieren auf innovativen Machine-Learning-Algorithmen, die von unseren hoch qualifizierten Data Scientists speziell für den Handel entwickelt wurden.

2008 vom ehemaligen CERN-Forscher Prof. Dr. Michael Feindt in Karlsruhe gegründet, ist Blue Yonder heute in Europa und den USA tätig, unterstützt von der Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus und der Otto Group als Investoren. Seit 2014 vermitteln wir Handelsunternehmen in unserer Data Science Academy relevantes Data-Science-Wissen.

Blue Yonder wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Experton Big Data Leader Award 2016, dem Technology Innovator Award 2015, dem BT Retail Week Technology Award, dem Deutschen Innovationspreis sowie dem FOCUS Digital Star Award.

Quelle: Blue Yonder GmbH/FAKTOR 3 AG

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Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
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