Innovative Technologie mit Mikrogasturbinen für den Erdgasspeicher Jemgum

Deggendorf – Die MAX STREICHER Anlagentechnik GmbH & Co. KG kann mit ihrer Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für den Erdgaskavernenspeicher der astora GmbH & Co. KG in Jemgum eine technische Lösung bieten, die eine sehr viel effizientere Nutzung der betrieblich anfallenden Restgasmengen (hier Sperrgase der Turboverdichter) eröffnet. Diese werden erstmalig durch den Einsatz moderner Mikrogasturbinen in Strom und Wärme umgesetzt. Im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit natürlichen Ressourcen wird die so gewonnene Energie dann in die bestehenden Anlagensysteme rückgeführt. Die KWK-Anlage wird seit Mitte April im Probe-Betrieb getestet.

Die nur 1 x 0,6 Meter große Mikrogasturbine ist „verpackt“, um die Wärmeverluste zu vermindern. (Foto: STREICHER)

Die nur 1 x 0,6 Meter große Mikrogasturbine ist „verpackt“, um die Wärmeverluste zu vermindern. (Foto: STREICHER)

Die Erdgasspeichergesellschaft astora GmbH & Co. KG errichtet im ostfriesischen Jemgum einen der größten Erdgaskavernenspeicher Deutschlands. Das geplante Arbeitsvolumen beträgt bis zu 1 Milliarde m3 Erdgas. Zur Einlagerung des Erdgases in den unterirdischen Kavernen wird dieses mit Hilfe von Verdichtern auf einen Druck von bis zu 200 bar komprimiert. Dabei fällt vorgenanntes Sperr- oder Sealgas an, das bisher unter hohem Energieaufwand nochmals verdichtet und in den Speicher eingebracht wurde.

STREICHER hat nun eine KWK-Einheit geliefert, die durch innovative Technologie eine effizientere Nutzung dieser Sperrgase eröffnet. Mit der Anlage, die sich in einem 3,5 Meter hohen und 12 Meter langen Container befindet, kann das anfallende Gas nun in Energie umgesetzt und anschließend in die bestehende Infrastruktur der Verdichtungs- und Gasaufbereitungsanlage rückgeführt und dort verwendet werden.

Blick auf Brenngasaufbereitung und Verdichter im vorderen Teil der Containeranlage. (Foto: STREICHER)

Blick auf Brenngasaufbereitung und Verdichter im vorderen Teil der Containeranlage. (Foto: STREICHER)

Einsatz von Mikrogasturbinen

Möglich ist dies, da die KWK-Einheit als Besonderheit mit zwei Mikrogasturbinen ausgestattet ist. Mikrogasturbinen wurden ursprünglich in den 90er Jahren in den USA als mobiler Stromerzeuger entwickelt. Gegenüber einem herkömmlichen Gasmotor bietet die Mikrogasturbine wesentliche Vorteile: So ist sie nicht nur kleiner und kompakter, sondern kommt auch ohne Hilfssysteme wie Öl- und Wasserversorgung aus. Hinzu kommt, dass das einzige rotierende Bauteil luftgelagert und somit praktisch wartungsfrei ist. Außerdem bietet das Gerät ein breites Anwendungsspektrum: Es kann sowohl unterschiedlich zusammengesetzte Gase von niedrigen bis hohen Brennwerten verwerten als auch mengenmäßige Schwankungen problemlos bewältigen.

Das Konzept für die maßgeschneiderte Anlage des Erdgasspeichers in Jemgum hat ein dreiköpfiges Planungsteam von STREICHER in Niederwinkling gemeinsam mit dem Kunden entwickelt. Im Februar 2015 begann die Montage der Bauteile in den Niederwinklinger Fertigungshallen, bevor ein Spezialtransport den 22 Tonnen schweren Stahlcontainer nach Jemgum brachte. STREICHER sieht in der ersten KWK-Anlage mit Mikrogasturbine ein zukunftsweisendes Referenzprojekt mit großem Potenzial, da viele Kunden weltweit für die sinnvolle Verwertung von Sperr- und Begleitgasen eine innovative Lösung suchen.

Container mit kompletter Anlage (Foto: STREICHER)

Container mit kompletter Anlage (Foto: STREICHER)

Die KWK-Anlage in Jemgum wurde Ende April an den Kunden übergeben.

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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