Die Digitalisierung ist in allen Lebensbereichen spürbar. Für viele Menschen bringt sie lang ersehnte Vorteile und manch andere warnen vor Gefahren, aufgrund der unzähligen technologischen Abhängigkeiten. Auch für Unternehmen ist der digitale Wandel nicht selten ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bringen die technologischen Fortschritte ein riesiges Potenzial für Optimierung und Wachstum mit sich, andererseits stellt die Digitalisierung Unternehmen vor neue Herausforderungen, die sämtliche Bereiche umfassen. Einer der Branchen, die hierdurch schon länger beeinflusst wird, ist der Einzelhandel.

Stationärer Einzelhandel – Wachstum trotz Online-Konkurrenz

Foto: Anna Dziubinska 348-unsplash

Sowohl das Konsumverhalten der Käufer, als auch der Einzelhandel selbst wurde durch den Online-Handel massiv beeinflusst. Seit sich Online-Retailer um Giganten wie Amazon im stetigen Wachstum befinden, gilt der stationäre Einzelhandel als Leidtragender der Digitalisierung. Obwohl von manchen schon totgeglaubt, kann der stationäre Einzelhandel dennoch ein kleines Wachstum verzeichnen. So prognostizierte eine GfK Sudie, dass der stationäre Handel immerhin ein leichtes nominales Plus von 0,8 Prozent zu erwarten hat, was ein Umsatzplus von 3,4 Milliarden Euro entspricht.

Damit der stationäre Handel sich gegenüber der Online-Konkurrenz behaupten kann, passen sich die Händler auch immer mehr an die „digitalen Bedürfnisse“ der Konsumenten an:

Technik im Laden

In vielen Supermärkten oder in größeren Warenhäusern gehört gratis WLAN für die Kunden bereits zum Standard. Ebenso finden sich spannende Augmented Reality Angebote im Möbelhaus oder interaktive Produktpräsentationen auf dem Tablet im Heimwerkermarkt. Für die älteren Kunden sind das vielleicht bloß technische Spielereien. Doch je jünger das Klientel, desto wichtiger wird auch die Nutzung der verschiedenen technischen Möglichkeiten, um das Einkaufserlebnis für Digital Natives lukrativ zu gestalten.

Online statt Offline Marketing

Auch die Werbemaßnahmen werden zunehmend digitaler. Zwar gibt wohl kaum einen Einzelhändler der auf die klassischen Print-Prospekte verzichtet, doch sogar in diesem Fall verlagert sich mehr in Richtung Online: Während die Auflagen für Prospekte jährlich sinken, verzeichnen Prospekt-Portale wie z.B. prospektmaschine.de immer größere Zugriffszahlen. Daneben werden auch Gutscheine für den stationären Handel zu einem Großteil über Online-Portale oder Newsletter vertrieben, um den Einkauf im Laden anzukurbeln.

Online-Erweiterung des Kauferlebnisses

Eine einfache Internetpräsenz für einen stationären Händler ist wohl kaum noch konkurrenzfähig. Daher haben mittlerweile viele der großen Handelsketten einen eigenen Online-Shop um einen Teil der Kunden, die ausschließlich online einkaufen, für sich zu gewinnen. Daneben gibt es auch weitere Modelle, in denen sich der Online- und der stationäre Einkauf vermischen. Beispielsweise bieten einige Fachhändler eine Online-Bestellung und Abholung vor Ort an. Auch der Kundenservice wird häufig nicht nur vor Ort, sondern auch per Mail angeboten.

Die wenigen Beispiele zeigen: Das Einkaufserlebnis im stationären Handel wird zunehmend digitaler. Und aus Sicht der Händler ist diese Strategie ein ebenso cleveres wie notwendiges Mittel um sich gegen Versandhändler, die ausschließlich online operieren, zu behaupten.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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