Albstadt – Mit Ende dieses Jahres wird der schwäbische Rundstrickmaschinenhersteller Mayer & Cie. eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre seiner jüngeren Geschichte abschließen. Das Unternehmen wird im 110. Jahr seines Bestehens mehr Maschinen produziert und verkauft haben als in einem der vergangenen knapp zehn Jahre. Die ITMA, die internationale Textilmaschinenmesse und Leitmesse der Branche, die Mitte November in Mailand zu Ende ging, bescherte der seit Jahren stetig steigenden Absatzkurve des Maschinenbauers einen weiteren Knick nach oben. Dementsprechend rechnet das Familienunternehmen, das in vierter Generation von der Inhaberfamilie geführt wird, für das Jahr 2015 mit einem Umsatz von rund 93 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mayer & Cie GmbH & Co. KG

Quelle: Mayer & Cie GmbH & Co. KG

Historische Bestmarken

„Das Jahr 2015 war ein sehr ereignisreiches Jahr“, sagt Benjamin Mayer, Geschäftsführer von Mayer & Cie. Damit bezieht sich der 33-jährige Unternehmer zum einen auf die eindrucksvollen Geschäftszahlen. „Wir haben im vergangenen Jahr mehr als 1.300 Maschinen gebaut und verkauft. Damit haben wir unseren Absatz über die vergangenen Jahre stetig gesteigert. Außerdem verließ im Frühsommer dieses Jahres die 70.000ste Strickmaschine unser Werksgelände in Albstadt – ein eindrucksvoller Beleg unserer langen, erfolgreichen Firmengeschichte.“

Gemessen am Umsatz, der in diesem Jahr für die gesamte Mayer-Gruppe rund 93 Millionen Euro erreichen wird, ist der Rundstrickmaschinenhersteller von der Schwäbischen Alb der mit Abstand stärkste Anbieter am Markt. Auch was die Technologie anbelangt, ist das Traditionsunternehmen führend. Das zeigte sich in diesem Jahr erneut auf der ITMA, wo Mayer & Cie. unter anderem seine neue und außerordentlich vielbeachtete marktreife Spinnstricktechnologie spinitsystems® vorstellte.

Zum anderen markierte das vergangene Jahr den Übergang des Unternehmens an die vierte Generation der Inhaberfamilie. Seit dem Tod des langjährigen Geschäftsführers und Senior-Chefs Rainer Mayer, teilen sich dessen Sohn und dessen Neffe, Benjamin Mayer und Marcus Mayer, als Geschäftsführer die Leitung des Unternehmens. Sie werden unterstützt von Sebastian Mayer, dem Bruder von Benjamin Mayer. Dieser wohlgeplante Generationenwechsel bescherte dem über 100 Jahre alten Strickmaschinenhersteller eine außergewöhnlich junge Führungsriege, die es sich zum Ziel gemacht hat, eine moderne Unternehmensstruktur und -kultur mit den bewährten Stärken des schwäbischen Mittelständlers zu verbinden. So ist beispielsweise eine 40-jährige Firmenzugehörigkeit bei Mayer & Cie. beileibe keine Seltenheit – Investitionen in eine nachhaltigere Produktion oder die Beteiligung an innovativen Start-Ups jedoch ebenso wenig.

ITMA in Mailand mit positiven Vorboten für 2016

„Wir sind außerordentlich zufrieden mit der diesjährigen ITMA“, sagt Benjamin Mayer. „Vor allem unsere neue Spinnstricktechnologie spinitsystems® und die erste damit ausgestattete Maschine, die Spinit 3.0 E, stieß auf eine überwältigende Resonanz. Auch die vier weiteren Maschinen, die wir auf der ITMA gezeigt haben, trafen offensichtlich genau den Nerv der Zeit.“
Die Eckdaten des ITMA-Auftritts von Mayer & Cie. unterstreichen die Eindrücke des Geschäftsführers: Insgesamt konnten die Verkaufsziele gut erfüllt werden – und das, obwohl bereits vor der ITMA die Auftragsbücher bestens gefüllt waren und das bekannte Auftragstief vor der Messe diesmal nur bedingt eingetreten war. Für die Spinit 3.0 E, deren Verkaufsstart die ITMA markierte, nahm Mayer & Cie. direkt drei Aufträge für die Vorserie mit nach Hause. Die Serienproduktion soll 2017 anlaufen.

Die positive Stimmung auf der ITMA wertet Geschäftsführer Benjamin Mayer als guten Vorboten auf das kommende Jahr. „Wir streben auch für 2016 ein Umsatzplus an und wollen weiter wachsen. Wir planen daher massive Investitionen in Infrastruktur, Gebäude, Maschinenpark und neue Produkte. Unser Ziel ist es, uns mit unseren Produkten und Services noch weiter vom Wettbewerb zu differenzieren.“

Standorttreue und bewusste Globalisierung

Kräftig investiert wird unter anderem auf der Schwäbischen Alb, wo der Strickmaschinenhersteller zeit seines Bestehens zuhause ist. Dort arbeiten heute rund 330 Mitarbeiter in Fertigung, Verwaltung und Entwicklung. Die Kapazitäten sollen weiter ausgebaut werden. Selbiges geschah – und geschieht aktuell – an den beiden anderen Produktionsstandorten des Unternehmens, in China und Tschechien. In der chinesischen Provinz Shanghai zog Mayer & Cie. China im Frühjahr 2015 mit rund 30 Beschäftigten in größere Räumlichkeiten. Für das tschechische Werk und seine etwa 60 Beschäftigten steht dieser Schritt im kommenden Jahr an. Der Grundstein für den Neubau in Vsetín wurde im Oktober des zu Ende gehenden Jahres gelegt.

Produziert beziehungsweise montiert wird an allen drei genannten Standorten. Im Stammwerk in Albstadt werden neben den meisten Maschinentypen die zentralen Komponenten einer Strickmaschine gefertigt. Mit der Erweiterung des Werks in Tschechien sollen dort die Kapazitäten um rund 30 Prozent erhöht werden. Maschinen, Strickköpfe sowie viele weitere montageintensive Baugruppen sollen dort in naher Zukunft montiert werden, darunter auch der momentane Bestseller des Unternehmens, die Maschinentype S4 3.2 II.

In China wird ausschließlich endmontiert. Zwei Maschinentypen, die speziell für den chinesischen Markt sowie in Zukunft für weitere ausgesuchte Märkte bestimmt sind, verlassen die Werkshallen in Shanghai.

Quelle: Mayer & Cie GmbH & Co. KG

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
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