Im Beisein des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán hat Knorr-Bremse gestern in Kecskemét ein hochmodernes neues Werk und Testzentrum für Nutzfahr- zeugsysteme eingeweiht. Heinz Hermann Thiele, Eigentümer und Aufsichtsratsvor- sitzender von Knorr-Bremse, begrüßte bei der Eröffnungszeremonie zusammen mit Nutzfahrzeugvorstand Klaus Deller und Werkleiter István Lepsényi zahlreiche weitere hochrangige Gäste, darunter Kunden und Geschäftspartner sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der Hochschulen und der Presse. Mit dem Neubau stärkt das Unternehmen seine Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit vor Ort.

Das neue Werk liegt knapp einen Kilometer vom bisherigen Standort entfernt. Das aus den 60er Jahren stammende alte Firmengebäude genügte trotz zahlreicher Erneuerungen in den vergangenen Jahren den hohen Anforderungen der Knorr-Bremse nicht mehr und konnte auch nicht an diese angepasst werden. Mit Investitionen in Höhe von rund 20 Mio. EUR schafft Knorr-Bremse mit dem Neubau die Grundlage für die Einführung kom- plexerer Produkte und Technologien, die den Standort Kecskemét für die Zukunft stärken, und baut zusätzliche Kompetenzen im Bereich Forschung und Entwicklung auf. Zugleich entstehen mit dem neuen Werk 110 neue Arbeitsplätze, so dass hier künftig über 900 Mit- arbeiter auf fast 25.000 Quadratmetern Fabrik- und Bürofläche Bremskomponenten für Nutzfahrzeuge entwickeln und produzieren.

Quelle: Knorr-Bremse AG

Quelle: Knorr-Bremse AG

Die neue Produktionsstätte verwirklicht nach den modernsten Standards der Fabrikplanung eine effiziente Nutzung der Infrastruktur, ein verbessertes Logistikkonzept, den umwelt- bewussten Betrieb der Gebäude sowie die Möglichkeit weiterer Expansionen. Layout und Architektur zeichnen sich entsprechend der Philosophie von Knorr-Bremse durch Funktio- nalität und Flexibilität sowie transparente Strukturen aus. Basierend auf dem weltweit gültigen Knorr-Bremse Produktionssystem KPS orientieren sich sämtliche Produktions- prozesse konsequent am Wertstrom. Effizienzsteigerungen durch das weiterentwickelte Logistikkonzept zur Materialversorgung und die optimierte Lagerhaltung reduzieren Dauer und Länge des Materialtransfers um bis zu 50 Prozent. Beispielsweise wurde die Fertigungsroute des ABS-Ventils im Vergleich zu früher mehr als halbiert, so dass die Produktion einer ABS-Einheit nun in nur einer Schicht statt wie früher über einen gesamten Tag hinweg erfolgt.

Besonderen Wert wurde beim Bau des neuen Werks bereits in der Planung auf die Berück- sichtigung ökologischer Aspekte gelegt, um den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß zu senken und Umweltressourcen zu schonen. Energieeinsparungen werden unter ande- rem durch die Nutzung von Abwärme erzielt.

In Ergänzung zur neuen Fabrik erfolgte auch die Errichtung eines neuen Test- und Entwick- lungszentrums, um die steigende Anzahl von Entwicklungsprojekten in Ungarn und den daraus resultierenden größeren Bedarf an Labormessungen und Simulationen zu bedie- nen, die mit den Kapazitäten am bisherigen Standort nicht mehr zu bewältigen waren.

Auf einer mehr als doppelt so großen Fläche wie bisher können in dem neuen Testzentrum nun auch die R&D-Aktivitäten in Kecskemét auf weitere Produktbereiche ausgeweitet werden.

Mit dem neuen Werk in Kecskemét setzt der Knorr-Bremse Konzern sein umfangreiches Investitionsprogramm zur strategischen Erweiterung, Modernisierung und Pflege seines weltweiten Entwicklungs- und Produktionsverbunds weiter fort. In einem Zeitraum von fünf Jahren investiert Knorr-Bremse dabei rund 500 Millionen Euro in modernste Produktionsan- lagen und Gebäudestrukturen in den weltweiten Wachstumsmärkten. Im vergangenen Jahr waren bereits neue Werke in den USA, Australien, Brasilien, Indien und Italien eröffnet worden. Den Standort des Unternehmensbereichs Systeme für Schienenfahrzeuge in Budapest hatte Knorr-Bremse bereits im Jahr 2010 eingeweiht. In Ungarn hat der Konzern in den vergangenen fünf Jahren rund 120 Mio. EUR investiert und beschäftigt insgesamt fast 2.000 Mitarbeiter an drei Standorten zur Entwicklung und Produktion von Schienen- und Nutzfahrzeugbremsen.

Die Geschäftsbeziehungen von Knorr-Bremse mit Ungarn reichen bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück, als bereits erste Lizenzverträge über die Ausrüstung von Schienenfahrzeugen mit Bremsen abgeschlossen wurden. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Zusammenarbeit unterbrochen und 1959 mit der Unterzeichnung erneuter Lizenzverträge im Schienenfahrzeugbereich und 1969 im Nutzfahrzeugbereich wieder aufgenommen. Darauf aufbauend entstand 1989 ein deutsch-ungarisches Gemeinschafts- unternehmen für Lkw-Bremsen. Seit 1993 ist der Nutzfahrzeugstandort von Knorr-Bremse in Kecskemét eine hundertprozentige Tochter des Konzerns, 1995 kam als weiterer Stand- ort das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Budapest dazu. Im gleichen Jahr erfolgte im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge die Gründung einer Tochtergesellschaft in Budapest, die Bremskomponenten für Schienenfahrzeuge produziert.

Quelle: Knorr-Bremse AG

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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