Aktuelle MeldungenTop-ThemaUnternehmen

Haben Marketingabteilungen noch eine Zukunft?

Köln – Die Zukunft der Marketingabteilungen ist ungewiss! Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Marketingorganisation der Zukunft” des Deutschen Marketing Verbands (DMV) und der Zukunftsforscher und Organisationsentwickler BathenJelden. Die Studie wurde soeben erstmals in Köln vorgestellt. Marketingexperten aus der Region diskutierten vor 150 Gästen des Marketing Clubs Köln-Bonn e.V. im Börsensaal der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln über die Ergebnisse: Sebastian Ackermann, Leiter Unternehmenskommunikation/Marketing RWE Deutschland AG; Frank Sahler, Leiter Marketing, Vertrieb, Merchandising 1. FC Köln; André Schloemer, Senior Vice President Brand Management & Corporate Communications, Unitymedia; sowie Prof. Dr. Ralf E. Strauß, Präsident des DMV.

Nach der Begrüßung durch Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, und Wolfgang Marquardt, Präsident des Marketing Clubs Köln-Bonn, stellte Strategie- und Innovationsberater Dirk Bathen die Studienergebnisse vor. Im Anschluss daran entwickelte sich – moderiert von Robert Perl, Managing Partner IMPACT IRC – eine rege Diskussion.

Foto: Wolfgang Marquardt, Präsident Marketing Club Köln-Bonn e.V.; Prof. Dr. Ralf E. Strauß, Präsident des DMV; Harald Schein, Geschäftsführer Marketing Club Köln-Bonn e.V. (v.l.n.r.). Quelle: Lennard Jaeschke
Foto: Wolfgang Marquardt, Präsident Marketing Club Köln-Bonn e.V.; Prof. Dr. Ralf E. Strauß, Präsident des DMV; Harald Schein, Geschäftsführer Marketing Club Köln-Bonn e.V. (v.l.n.r.). Quelle: Lennard Jaeschke

Komfortzone verlassen und Mut zeigen!

Für die Studie wurden eine umfangreiche Online-Umfrage sowie Einzelinterviews und Diskussionen im Think-Tank durchgeführt. Das Ergebnis: Über 90 Prozent der Befragten geht davon aus, dass Marketing im digitalen Wandel unternehmensintern an Bedeutung gewinnen werde. Gleichzeitig glaubt aber nur knapp ein Viertel, dass ihre Marketingabteilung für die Zukunft gut aufgestellt sei. Um den gravierenden Veränderungen gewachsen zu sein, gelte es, die Komfortzone zu verlassen, denn – so die Ergebnisse der Studie: Eine zu hohe Tagesauslastung und Mitarbeiter, die an Vertrautem festhalten, sowie Mutlosigkeit in Führungsetagen stehen der notwendigen Entwicklung als Barrieren im Weg!

Lösungsfelder und Szenarien 2020

Sieben Schritte haben die Autoren der Studie formuliert, die den Aufbruch erleichtern sollen, und vier mögliche Zukunftsszenarien aufgezeigt. „Neustart”, so lautet ein mögliches Szenario für die Marketingorganisation 2020, bei der sich die Marketingabteilung als selbstorganisierte Unternehmenseinheit versteht: Arbeitskreise statt Abteilungen, Teams statt Bürokratie, Führungsarbeit statt Führungskräfte – so sollen eigenverantwortliche Mitarbeiter mit höchster Flexibilität agieren und leiten. Das zweite Szenario „Koordinierung” definiert die Marketingabteilung als unternehmensinternes Netzwerk. Dezentral in den einzelnen Fachabteilungen wird eine Vielzahl an Marketingbotschafter von einer kleinen Stabsstelle koordiniert. „Wachablösung” – Szenario Nr. 3 – spricht von der digitalen Transformation, welche die zentrale Funktion im Unternehmen übernimmt. Mit einer Explosion der digitalen Kanäle steht hierbei die Automatisierung und Technologie von Prozessen im Mittelpunkt. Und schließlich die „Nachweisbarkeit” als viertes Szenario, bei dem betriebswirtschaftliche Aspekte im Mittelpunkt stehen und damit Sales-Marketing, Effizienz und Controlling oberste Priorität genießen.

„Schreiben sollten sie können …

… und etwas zum Ausdruck bringen”, so resümiert Sebastian Ackermann – neben allen zukunftsweisenden Veränderungen und möglichen Szenarien – den Basisanspruch an einen jeden Marketeer schmunzelnd. Mit Blick auf sein Unternehmen spricht er sich für eine zentrale Koordinierung und Ansiedlung der Marketeers auf Augenhöhe mit dem Vorstand aus. Ackermann plädiert – wie das Gros der Diskussionsteilnehmer – für das Szenario Nr. 2 „Koordinierung”. Nicht mit einer „Mein-Haus-, Mein-Boot-, Mein-Pferd-Mentalität” sollte man sich lauthals positionieren, sondern in puncto Marketingorganisation der Zukunft auf Mut und Entschlossenheit setzen, gekoppelt mit Bescheidenheit sowie einem realistischen Blick für alle marketingrelevanten Maßnahmen.

Ebenso sprach sich Frank Sahler für Szenario zwei aus, allerdings mit Steuerung durch einen zentralen Marketingleiter, um bei allen Entwicklungen und Veränderungen die Fäden in einer Hand zu führen. André Schloemer setzte den Schwerpunkt zusätzlich auf die natürliche Integration der Digitalisierung in allen marketingorientierten Prozessen.

60 Jahre Marketing Club Köln-Bonn

Eine Überraschung hielt Prof. Ralf Strauß im Anschluss an die Diskussionsrunde bereit: Der Präsident des DMV bat Wolfgang Marquardt und Harald Schein, Geschäftsführer des Marketing Clubs Köln-Bonn vor das Auditorium und überreichte im Namen des DMV eine Plastik mit den Worten: „Der Marketing Club Köln-Bonn feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum. Damit zählt er nicht nur zu den Top-Ten der deutschen Städteclubs, sondern auch zu den ältesten. Hierzu ein herzliches Dankeschön für das große Engagement, ein so gelungenes Veranstaltungsprogramm mit insgesamt gut 1.000 Veranstaltungen über sechs Jahrzehnte im Ehrenamt hinweg zu realisieren.” Diese herzliche Auszeichnung und Danksagung rundete die Veranstaltung hervorragend ab.

Erfolgreiches Marketingnetzwerk am Rhein

Mit rund 350 Mitgliedern hat sich der Marketing Club Köln-Bonn als Plattform und kompetentes Netzwerk des Marketings in der Metropolregion Köln/Bonn etabliert. Innerhalb des Deutschen Marketing Verbandes (DMV) zählt der Marketing Club Köln-Bonn e.V. zu den Top Ten der deutschen Städteclubs. Seit 1955 ist er der Treffpunkt für Marketingführungskräfte sowie Führungsnachwuchs aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und anderen Organisationen. Der Club offeriert der gesamten Region ein Netzwerk an Kompetenz und Know-how. Weitere Informationen unter www.marketingclub-koelnbonn.de.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
Zeige mehr

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"