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Deutsches Biotechunternehmen gewinnt Patentstreit

Das Europäische Patentamt hat einen Einspruch von GE Healthcare (GEHC) gegen ein zentrales Patent der deutschen Biotechnologie-Firma Axiogenesis in allen vorgebrachten Punkten zurückgewiesen. Das Kölner Unternehmen setzte sich in einem seit 2011 andauernden Einspruchsverfahren gegen den englischen Konkurrenten durch. GEHC hatte die Aufhebung eines im Jahr 2005 von Axiogenesis eingereichten und im Jahre 2010 erteilten Patents beantragt. Das Patent schützt einen zentralen Bereich bei der Entwicklung neuartiger Medikamente zur Behandlung der kardialen Hypertrophie (Herzmuskelschwäche): den Einsatz von „kranken“ Herzmuskelzellen in der Medikamentenforschung, die aus humanen Stammzellen gewonnen werden.

Quelle: Die Axiogenesis AG
Quelle: Die Axiogenesis AG

„Wir freuen uns sehr, dass das Europäische Patentamt unsere Patentposition bestätigt hat, auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Patents für die Erforschung wirksamer Medikamente gegen Herzmuskelschwäche“, erklärt Dr. Bernd Fronhoff, CFO von Axiogenesis. Die Relevanz dieses Rechtsstreits wird durch den immensen wirtschaftlichen Wert zukünftiger Heilmitteln gegen Herzmuskelschwäche verdeutlicht. Experten schätzen den zukünftigen weltweiten Medikamentenmarkt in diesem Bereich auf jährlich 1,5 bis 2,5 Mrd. US-Dollar. Weltweit sind etwa 17 Millionen Menschen von der Herzkrankheit betroffen. Laut der American Heart Association sterben allein in den USA über 350.000 Menschen jährlich am plötzlichen kardialen Herztod, da aktuell keine wirksamen Medikamente existieren.

Mittlerweile setzen nahezu alle der auf diesem Gebiet forschenden pharmazeutischen Unternehmen Herzmuskelzellen ein, die aus humanen Stammzellen gewonnen werden. Die Stammzellen werden nach einem Verfahren hergestellt, für das der japanische Arzt und Forscher Prof. Shinya Yamanaka im Jahre 2012 den Nobelpreis erhielt (iPS-Technologie). Aus den Stammzellen werden im Labor Herzmuskelzellen gewonnen, die mit erkrankten Herzzellen eines an Herzmuskelschwäche leidenden Menschen vergleichbar sind. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Wirksamkeit neuer Wirkstoffe und Medikamente untersuchen. Für diese effektive Methode zur Gewinnung neuer Herzmedikamente wurde Axiogenesis das Patent zuerkannt.

Mit dem Patent wird die Rechtsicherheit der Pharmaindustrie in ihren Bemühungen gestärkt, neue Medikamente gegen die kardiale Herzschwäche zu entwickeln. „Wir sind bereit, der Industrie entsprechende Lizenzen zu geben, um schneller zu wirksamen Medikamenten gegen die Herzmuskelschwäche zu gelangen, zumal wir die hierfür erforderlichen kranken Herzzellen in der notwendigen Qualität und Menge zur Verfügung stellen können,“ erklärt Fronhoff. Das Kölner Unternehmen hat bereits ein eigenes Forschungsprogramm aufgesetzt, um entsprechende Medikamentenkandidaten zu identifizieren. „Der Markt ist zu groß, als dass wir eine solitäre Medikamentenforschung betreiben könnten. Wir werden die erfolgversprechendsten Kandidaten nach ersten klinischen Untersuchungen an die Pharmaindustrie auslizenzieren, um auf allen Fronten schneller zu Erfolgen zu gelangen“, so Fronhoff weiter.

Axiogenesis erwartet unter anderem in Europa und den USA weiter wachsendes Interesse an der geschützten Technologie. Einige Pharmaunternehmen und Dienstleister sind bereits mit der Integration des Systems in ihre Forschungsabläufe beschäftigt. Dank der Bestätigung des gültigen Patents durch die Entscheidung des Europäischen Patentamts rechnet das Kölner Unternehmen nun mit steigenden Erlösen aus dem Verkauf der Lizenzen und der erforderlichen Herzzellen.

Quelle: Die Axiogenesis AG

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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