Umwelt

Mehr Klimaschutz mit der THG-Quote

Im Mai dieses Jahrs hat der Bundestag einen Gesetzesentwurf, der die Minderung der sogenannten Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) vorsieht, verabschiedet. Diese Quote gibt an, welcher prozentuale Anteil an Energien im Straßenverkehr auf erneuerbare Energien zurückzuführen ist. Im Jahr 2030 soll dieser Anteil bereits 14 Prozent betragen – zumindest nach der europäischen „Erneuerbare-Energien-Richtlinie“ (RED II). In Deutschland hingegen soll der prozentuale Anteil im Jahr 2030 auf ganze 25 Prozent ansteigen. Zum Vergleich: In diesem Jahr beträgt die Quote sechs Prozent und soll im kommenden Jahr auf sieben Prozent erhöht werden.

Deutschland als Vorbild in Sachen Klimaschutz?

Was die Defossilierung des Verkehrs angehe, wäre Deutschland europaweit der Vorreiter – so zumindest den Angaben der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) zufolge. Es ist nämlich so, dass auch bestimmte Biokraftstoffe wie zum Beispiel Palmöl in Zukunft nicht mehr auf die Quote angerechnet werden sollen, da auch die Gewinnung dieser Kraftstoffe unter Umständen nur durch die Rodung von Wäldern zu bewerkstelligen ist. Aus diesem Grund hält sich auch der Anteil von Biokraftstoffen, der aus Nahrungs- und Futtermitteln gewonnen werden darf, auf demselben Level: maximal 4,4 Prozent, was als Kompromiss zu verstehen ist.

Auch Privatpersonen können profitieren

Es gibt allerdings noch eine weitere Besonderheit: Bisher waren es vor allem Unternehmen, die von der THG-Quote profitieren konnten. Nun sind aber erstmalig auch Privatpersonen involviert. Wenn man im Alltag auf umweltfreundlichere Alternativen, also zum Beispiel auf ein Elektroauto, setzt, spart man dadurch CO2-Emissionen ein und kann diese Einsparung als Forderung an die Mineralölkonzerne abtreten. Durch dieses umweltschonende Verhalten erhält man bares Geld. Wer nun seine Treibhausgasquote verkaufen möchte, sollte dies am besten über Drittanbieter tun, die sich um alles Weitere kümmern.

Mehr Klimaschutz bei gleichzeitig sicheren Arbeitsplätzen

Bild: © dehweh, stock.adobe.com

Es ist zu erwarten, dass der Klimaschutz im Straßenverkehr durch die bis 2030 angestrebten 25 Prozent deutlich ansteigen wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Quote die nachhaltige Gewinnung von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse, Tier- und Altspeisefett oder auch Abfall- und Reststoffen fördert. Darüber hinaus wird natürlich auch die Entwicklung in Sachen Elektromobilität und Kraftstoffen, die auf Strom basieren, weiterhin angekurbelt. Dadurch wird allerdings nicht nur das Klima geschont, sondern auch Arbeitsplätze gesichert. Das ist logischerweise vor allem im Bereich der Industrie und Landwirtschaft der Fall.

Bioethanolwirtschaft profitiert von erhöhter Quote

Dass vor allem die Bioethanolwirtschaft von einer höheren THG-Quote im Straßenverkehr profitiert, dürfte wohl kaum jemanden großartig überraschen. Schließlich sollen vor allem diese in Zukunft gefördert werden. Es ist allerdings auch so, dass durch die höhere Quote natürlich auch der Druck auf die entsprechenden Unternehmen erhöht wird, neue und effiziente Kraftstoffe zu entwickeln, die sich positiv auf das Ziel des Klimaschutzes auswirken – man kann also durchaus von einer Win-Win-Situation sprechen. Die Regeln sollen außerdem noch ein wenig erweitert werden, wodurch beispielsweise höhere Beimischungen im herkömmlichen Benzin ermöglicht werden sollen. Dies könnte zum Beispiel dafür sorgen, dass bald Kraftstoffe wie Super E20 erhältlich sein werden anstatt wie momentan nur Super E10.

Dies verdeutlicht, dass die THG-Quote nicht nur für mehr Klimaschutz sorgt, sondern auf jeden Fall auch für mehr Innovationskraft in diesem Bereich. Durch neue technische Raffinessen können klimaschützende Maßnahmen noch besser umgesetzt werden.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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