Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Berlin lud zum Kick-Off in Berlin und es kamen viele Mittelständler. Den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) brennt das Thema Digitalisierung unter den Nägeln. Denn – und das machten auch die Redner deutlich – wer jetzt nicht anfängt, grundlegende Strategien der Digitalisierung des eigenen Unternehmens zu entwickeln, wird die Möglichkeiten, die die digitale Revolution bietet, vielleicht verpassen. Doch wer die Gelegenheit ergreift – kann nur gewinnen.

Zur Eröffnung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Berlin sprachen Mario Ohoven, Präsident BVMW, Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Uwe Beckmeyer, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und der Staatssekretär Dr. Hans Reckers der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung.

Günther Oettinger stellte fest, die deutsche Wirtschaft sei enorm unter Druck, auf sie werde geschaut und von ihr abgeschaut. Noch hätte sie in vielen Bereichen einen Vorsprung, den zu halten das Ziel sein müsse. Digitalisierung und insbesondere digitale Bildung seien für den Mittelstand überlebenswichtig. Weiterhin führte Oettinger aus, es gäbe schon jetzt zu wenige IT-Absolventen. In fünf Jahren werde es halb so viele Absolventen geben als gebraucht würden.

Auch Staatssekretär Beckmeyer warnte, sich nicht auf den Erfolgen vergangener Tage auszuruhen. Den Unternehmen müsse die Scheu vor der Digitalisierung genommen werden, deshalb habe das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Initiative “Mittelstand-Digital” ins Leben gerufen, um mit Kompetenzzentren wie in Berlin “einen wichtigen Beitrag für den Erfolg der Unternehmen in der digitalen Zukunft zu leisten.”

Dr. Florian Heinemann, Online-Marketing Experte, hielt in seiner abschließenden Rede wichtige Hintergrundinformationen zur Zukunft der Digitalisierung bereit: Softwarebasierte verdrängten zunehmend hardwarebasierte Unternehmen. Zudem sei in der digitalen Unternehmenswelt Potenzial wichtiger als Erfahrung, denn durch die stetige Veränderung habe keiner wirklich Erfahrung.

Mit Digitalkompetenz und umfassendem Investitionswillen in neue Ideen könne der Mittelstand am Markt bestehen. Dabei reiche nicht einfach eine vereinzelte Transformation, ganze Geschäftsmodelle müssten neu überdacht werden.

Der Dialog mit Unternehmern zeigte, wie unterschiedlich die Beweggründe und die konkreten Umsetzungsmaßnahmen für Digitalisierung sein können. Auch die Rolle des Kompetenzzentrums wurde thematisiert, dazu Unternehmerin Dorothee Berger: “Digitalisierung ist ein großer und wichtiger Schritt. Wir freuen uns, im Rahmen des Kompetenzzentrums mehr über für uns geeignete digitale Lösungen zu erfahren und beim Umsetzungsprozess begleitet zu werden.”

Das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Berlin bietet branchenübergreifend in Brandenburg, Berlin und bundesweit professionelle Unterstützung bei der Umsetzung von Digitalisierung in KMU an.

Als zentrale Anlaufstelle gibt es Antworten auf Fragen aus der unternehmerischen Praxis. KMU können hier entscheidende Stationen der digitalen Transformation durchlaufen. Sie werden mit Workshops, Trainings und großen Veranstaltungen für die digitalen Themen sensibilisiert, qualifiziert und können eigene Digitalisierungsprojekte umsetzen. Die Projektpartner sind der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, das Hasso-Plattner-Institut, die Universität Potsdam, die Technische Hochschule Brandenburg, das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft sowie die Lernfabrik Neue Technologien Berlin.

Gemeinsam digital ist Teil der Förderinitiative “Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse”. In der Förderinitiative werden bundesweit Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, ein Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und vier Mittelstand 4.0-Agenturen im Rahmen des Förderschwerpunkts “Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse” vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Förderschwerpunkt unterstützt Unternehmen beim intelligenten Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und stärkt damit ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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