Berlin. Das Bundesjugendkuratorium (BJK) plädiert in seiner aktuellen Stellungnahme für einen Perspektivwechsel in der Debatte um junge Flüchtlinge. Wie alle jungen Menschen suchen auch Geflüchtete vor allem eine Zukunftsperspektive und benötigen dafür verlässliche Strukturen im Ankunftsland. Bildung, Teilhabe und Schutz sind dabei die wesentlichen Aspekte, die nach der Ankunft, aber auch langfristig für alle jungen Flüchtlinge gewährleistet sein müssen. Das BJK spricht sich gegen eine alarmistische Sichtweise aus und warnt vor schnellen und unüberlegten Gesetzesverschärfungen.

Mit der aktuellen Empfehlung richtet das BJK den Blick auf die Lebenssituation aller geflüchteten jungen Menschen und die Perspektiven ihrer Integration: „Einmal Flüchtling immer Flüchtling – diese Sichtweise müssen wir verabschieden. Die jungen Menschen, die bei uns Schutz und Aufnahme suchen und aus unterschiedlichen Sozialisationskontexten stammen, brauchen so schnell wie möglich den Zugang und die Integration in die Aufnahmegesellschaft. Das bedeutet in erster Linie Bildung und Ausbildung, Begleitung sowie bei Bedarf Hilfe und Therapie”, so Mike Corsa, Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums.

Das BJK betont, dass die Identifikation junger Menschen mit Europa und der europäischen Idee davon abhängt, dass die derzeitig hohen Zahlen von Flüchtlingen gemeinsam und solidarisch bewältigt werden und zugleich die europäische Identität der Freizügigkeit und der offenen Grenzen erhalten bleibt. Ein Rückzug auf nationalstaatliche Begrenzungen von Flüchtlingszahlen gefährdet europäische Grundwerte und damit das freie Aufwachsen junger Menschen in Europa insgesamt.

Die Aufnahme der Schutz suchenden Menschen bringt auch neue Perspektiven für Deutschland mit sich. Junge geflüchtete Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben, sind in der Konsequenz junge Menschen, die das Ziel der gesellschaftlichen Integration, der Verselbstständigung und der Teilhabe vor Augen haben. Dies ist im Sinne der ver-antwortungsbereiten Aufnahmegesellschaft, die damit auch einen erheblichen Gewinn erlebt.

Quelle: Das Bundesjugendkuratorium (BJK) / Deutsches Jungendinstitut e.V.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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