Stuttgart/Chennai – Weniger als drei Jahre nach Marktstart der Marke BharatBenz läutet Daimlers Nutzfahrzeugsparte in Indien bereits die nächste Wachstumsphase ein: Am Produktionsstandort Chennai im Südosten des Landes eröffnete Daimler Trucks and Buses heute ein neues Buswerk. Vor Kunden, Geschäftspartnern und Medienvertretern stellte das Unternehmen zudem die neuen Busse sowie einen neuen Schwer-Lkw vor.

Quelle: Daimler AG

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„Mit unserer Marke BharatBenz sind wir erst seit September 2012 auf dem indischen Markt, aber schon eine feste Größe in der Branche“, betont Dr. Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Lkw und Busse. So stiegen die Verkäufe von BharatBenz Lkw in Indien allein im ersten Quartal 2015 um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt sind inzwischen weit mehr als 20.000 Trucks der Marke auf indischen Straßen unterwegs.

„Mit neuen Produkten, darunter ab jetzt auch Busse, greifen wir auf dem indischen Nutzfahrzeugmarkt weiter an und läuten die nächste Wachstumsphase ein“, ergänzt Dr. Bernhard. „Die Strategie, unsere globale Marktpräsenz gezielt auszubauen, setzen wir auch mit dieser Investition konsequent um.“

Verdopplung des indischen Marktvolumens für Busse bis 2020

„Wir sehen im indischen Markt ein enormes Wachstumspotenzial. So gehen wir davon aus, dass sich das indische Marktvolumen für Busse über acht Tonnen bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppelt“, konkretisiert Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses. „Mit unserer Zwei-Marken-Strategie bieten wir unseren Kunden vor Ort die passenden Produkte und Dienstleistungen an.“

Quelle: Daimler AG

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Unter der Marke BharatBenz werden Frontmotorbusse die Bedürfnisse des indischen Volumenmarktes abdecken. Sie kommen vorwiegend als Schul- Belegschafts-, und Touristenbusse zum Einsatz. Der britische Hersteller Wrightbus versieht die Fahrzeuge direkt auf dem Werksgelände von Daimler mit besonders leichten Aluminium-Aufbauten.

Für das Premiumsegment produziert Daimler in Chennai künftig Heckmotorbusse unter der Marke Mercedes-Benz. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich vorwiegend auf längere Busreisen.

Sowohl die Front- als auch die Heckmotorbusse werden ab ihrem Verkaufsstart im Herbst 2015 mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) von neun sowie über 16 Tonnen verfügbar sein. Nächstes Jahr folgen Busse mit einem zGG von 16 Tonnen. Der Vertrieb erfolgt über die 100%-ige Daimler-Tochter Daimler India Commercial Vehicles (DICV), die dafür ihr bewährtes Händler- und Servicenetz nutzt und weiter ausbaut. Auch hinsichtlich Reparatur, Wartung und Aftersales können sich die indischen Kunden auf eine Betreuung aus einer Hand verlassen.

In den Aufbau des Busgeschäfts investiert Daimler rund 50 Millionen Euro. Das Buswerk mit einer Fläche von etwa 113.000 Quadratmetern ist zunächst auf eine Kapazität von 1.500 Fahrzeugen pro Jahr ausgelegt. Sie kann auf bis zu 4.000 Einheiten erweitert werden. Nach erfolgtem Hochlauf der Produktion wird Daimler Buses in Indien etwa 300 Mitarbeiter beschäftigen.

Mit Einweihung des neuen Buswerks wird das Werk in Chennai das erste Daimler Trucks Werk weltweit sein, in dem Lkw, Busse und Motoren für insgesamt drei Marken vom Band laufen: BharatBenz, FUSO und Mercedes-Benz.

Neuer Lkw BharatBenz 3143 stößt in bedeutendes Segment vor

Neben den Bussen ergänzt DICV sein Produktportfolio durch den neuen Schwer-Lkw BharatBenz 3143. Dabei handelt es sich um einen Truck für den Einsatz im Bergbau und auf der Baustelle, der auf der IAA Nutzfahrzeuge im vergangenen Jahr seine Weltpremiere feierte. Mit einem zulässigen Gesamtzuggewicht von 48 Tonnen und einer Vier-Achskonfiguration ist der Truck für den schweren Einsatz in tiefen und steilen Abbau-Situationen konzipiert und entspricht damit den Kundenbefürfnissen optimal. Da Indien über reiche Bodenschätze verfügt und Rohstoffe wie Eisenerz, Steinkohle und zahlreiche Mineralien fördert, kommt diesem Segment eine besondere Bedeutung zu. Seine 430 PS machen den BharatBenz 3143 zum mit Abstand stärksten lokalen Truck für den indischen Markt. Zuverlässigkeit, geringe Servicekosten und eine optimale Anpassung an die lokalen Gegebenheiten wie Hitze und unbefestigte Straßen sind weitere Vorteile, die das Fahrzeug seinen Kunden bietet. Das Fahrzeug ist der erste in Indien produzierte Lkw, der für diese harten Anforderungen gewappnet ist und rundet das Produktangebot von BharatBenz nach oben hin perfekt ab.

Quelle: Daimler AG

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Dank der intelligenten Plattformstrategie entwickelten die Ingenieure von Daimler Trucks das Modell in weniger als drei Jahren. So brummt im BharatBenz 3143 beispielsweise der bewährte Mercedes-Benz Motor OM 457, der sich nicht nur in Asien, sondern auch in Europa sowie Nord- und Südamerika über viele Millionen Kilometer bewährt hat. In Indien wird der OM 457 neue technologische Standards setzen.

Von Chennai in weltweite Exportmärkte

Mit den neuen Fahrzeugen stärkt das Unternehmen unter dem Dach von Daimler Trucks Asia auch sein Exportgeschäft aus Indien. In Chennai rollen bereits seit Mai 2013 FUSO-Lkw für die Ausfuhr in Wachstumsmärkte Asiens, Afrikas und Südamerika vom Band. Der Mittlere Osten sowie weitere Märkte in Lateinamerika folgen in diesem Jahr.

Sowohl die Busse wie auch der BharatBenz 3143 werden künftig das Export-Portfolio erweitern. Bereits im Februar hatte Daimler Buses mit der Ausfuhr von Busfahrgestellen aus Indien nach Ägypten begonnen. Da die Chassis technisch denen der mittelschweren BharatBenz Lkw ähneln, konnten die Exportaktivitäten aus Chennai noch vor der Eröffnung des Buswerks starten.

„Nach so kurzer Zeit ein weiteres Produktionswerk einzuweihen und eine zweite Welle an Produkten einzuführen, ist ein erneuter Beweis der Leistungsfähigkeit unserer indischen Organisation. In Kombination mit unserem weltweiten FUSO-Netzwerk ist dies das Rezept für nachhaltiges Wachstum bei Daimler Trucks Asia“, fasst Marc Llistosella, Leiter Daimler Trucks Asia, zusammen.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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