Berlin. Hinter jedem großen Unternehmen stecken gut funktionierende PR-Maschinerien und ausgeklügelte Marketingstrategien, um Produkte und Dienstleistungen erfolgreich zu bewerben. Einzelne Personen hingegen müssen die Werbung in eigener Sache selbst in die Hand nehmen. Nicht nur bei Vorstellungsgesprächen, sondern auch im alltäglichen Berufsleben entscheidet sie oft über Erfolg oder Misserfolg. Schon ein paar einfache Tipps helfen, Personaler, Chef oder Kollegen zu beeindrucken und die eigenen Stärken gezielt ins Licht zu rücken. „Dabei spielen vor allem sogenannte Potenzialanalysen und rhetorische Techniken eine große Rolle“, weiß Rhetoriktrainer Jürgen Hall aus Berlin.

Aller Anfang ist die Potenzialanalyse

Um eine geeignete Eigen-Vermarktungsstrategie zu entwickeln, gilt eine vorher durchgeführte Analyse seiner eigenen Stärken, aber auch Schwächen als essenziell. Dabei hilft es, Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche Tätigkeiten verfolge ich mit Leidenschaft und Motivation? Bei welchen Aufgaben fragen mich Kollegen oder Vorgesetzte um Rat? „Wem es schwerfällt, sich selbst einzuschätzen, der fragt am besten Verwandte oder gute Freunde nach ihrer Einschätzung“, rät Jürgen Hall. Anschließend gilt es, gezielt und selbstsicher auf die eigenen Kompetenzen aufmerksam zu machen sowie im Arbeitsalltag zu überzeugen.

Professionelle Spuren im Netz

In der heutigen Zeit trägt eine einwandfreie und schlüssige Präsenz im Internet einen großen Teil zur erfolgreichen Außendarstellung bei. Vor allem Personalentscheider oder zukünftige Chefs suchen im Netz nach Hinweisen über Bewerber. „Um Informationen über die eigenen Alleinstellungsmerkmale zu streuen, helfen selbst erstellte Profile in Karrierenetzwerken, die optimalerweise untereinander verlinkt sind“, weiß Jürgen Hall. Bei allen angelegten Auftritten sollte der gleiche Benutzername stehen. Am besten eignen sich Kombinationen aus Namen und Expertengebiet wie „Max Müller Marketingmanager”. Wie bei einem Lebenslauf kommt es inhaltlich auf Sorgfalt an. Am besten stehen dort nur relevante Positionen, die Kernkompetenzen widerspiegeln. Wer seinem Auftritt im Netz einen letzten Schliff verleihen möchte und Zeit findet, kann sich einem eigenen Blog widmen, in dem sich etwa Kommentare zum Expertengebiet finden.

„Warum sollten wir Sie einstellen?“

Um Selbstsicherheit auszustrahlen, legen sich Bewerber am besten vor dem Vorstellungsgespräch Antworten auf übliche Fragen zurecht. Bei komplexen Fragestellungen erweisen sich rhetorische Techniken als sehr hilfreich, die einem Zeit zum Nachdenken verschaffen. „Hierzu gehört etwa, die Frage mit denselben oder anders formulierten Worten zu wiederholen“, erklärt der Rhetorik-Experte. Auf verbale Attacken, die das Verhalten unter Stress aufdecken, sollten Bewerber ruhig und gelassen und auf keinen Fall abweisend reagieren. Am besten eignet sich hierfür eine freundliche Gegenfrage – die Königin der Redekunst. Mit Fingerspitzengefühl eingesetzt, zeigt sie Personalern, dass Bewerber auch schwierige Situationen souverän meistern. Kommen Fragen wie „Meinen Sie nicht, Sie sind zu jung für diese Position?“ auf den Tisch, ist eine passende Antwortvariante etwa: „Natürlich spielt das Alter eine wichtige Rolle. Aber sind Sie nicht auch der Meinung, dass meine bisherigen Praxiserfahrungen und erfolgreich abgewickelten Projekte für sich sprechen?“

Gezielt glänzen

Um im Berufsalltag auf seine besonderen Kompetenzen aufmerksam zu machen, gibt es ebenfalls einfache Taktiken. In Gesprächen oder Meetings schalten sich gute Selbstvermarkter gezielt in Thematiken ein, in denen sie mit ihrem Expertenwissen punkten können. Hier eignen sich etwa neue Ideen, Vorschläge und selbst Bedenken. „Denn gegensätzliche Meinungen sollten ohne Scheu in die Besprechung einfließen“, sagt Jürgen Hall. Fundiert und gut begründet, beeindrucken sie Vorgesetzte und führen in vielen Fällen dazu, dass diese sie fortan regelmäßig auf diesem Gebiet um Rat fragen. Auch gelegentliche freiwillige Übernahmen von Aufgaben, die den eigenen Kernkompetenzen entsprechen, helfen, beim Vorstand zu glänzen.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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