Karriere

Gründerseminare als Sprungbrett in die Selbstständigkeit

Das Gefühl, sich in einer Tretmühle zu befinden, lässt viele Menschen darüber nachdenken, ob sie sich beruflich verändern sollten. Früher oder später stellt sich da nicht nur die Frage nach dem Tätigkeitsschwerpunkt, sondern auch nach der Gestaltung der Rahmenbedingungen. Eine Selbstständigkeit scheint vielen zwar einerseits ein Risiko zu sein, andererseits aber auch sehr erstrebenswert, um die größtmögliche berufliche und finanzielle Freiheit zu erreichen.

Der eigene Chef sein

Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Berufstätigen ist ständig am Steigen. Depressionen, Burnout und chronische Erschöpfungszustände, die auf beruflichen Stress basieren, stehen einer Unzufriedenheit wegen Unterforderung oder dem Gedanken, sich für einen Chef aufzuopfern, der es einem nicht dankt. So schön es klingt, sein eigener Chef zu sein, ganz ohne Informationen und Vorbereitungen sollte sich niemand in dies Wagnis begeben.

Gründerseminare stehen jedem offen. Sie können sogar gefördert oder zumindest bezuschusst werden. Wenn die Idee sich schon fest verankert hat, ein eigenes Unternehmen zu gründen, sind solche Existenzgründerseminare das Sprungbrett ins eigene Unternehmen. Hier werden alle wichtigen Themen rund ums Chef sein, Fördermittel und soziale Absicherung für Jungunternehmer behandelt. Ein besonderes Augenmerk liegt natürlich auf Geschäftsidee und Businessplan.

Die Tragfähigkeit von Ideen wird besonders geprüft. Natürlich lässt sich eine Durststrecke am Anfang überstehen, doch sowohl Idee, wie auch persönliche und fachliche Eignung müssen realistisch eingeschätzt werden. Selbst wer nicht zum Chef geboren ist, kann durch Gründercoaching zum Chef werden. Dies Coaching ist ebenfalls förderfähig. Über Fördermittel und Antragsverfahren wird in Gründerseminaren ebenfalls informiert.

Wenn der Traum real wird

Das kleine Bistro an der Ecke, ein Tonstudio unten im Keller oder der mobile Webdesigner, der an der Algarve herumreist und im Wohnmobil arbeitet – jeder, der sich mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit trägt, hat seinen eigenen Traum. Der wird aus den eigenen Interessen und Fähigkeiten geformt und kann wahr werden, wenn der Gründer sich gut informiert. Je nach Gegenstand des Unternehmens sind Lizenzen und Genehmigungen zu beantragen. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, auch über Versicherungen nachzudenken. Und zwar nicht nur über die eigene Krankenversicherung, sondern auch über eine Ausfallversicherung in besonderen Ausnahmen (das Bistro wird überflutet, das Tonstudio brennt aus oder eine Pandemie zwingt dazu, den Kosmetiksalon zu schließen) oder eine Berufshaftpflicht, die einspringt, wenn versehentlich Schäden beim Kunden verursacht werden.

Ganz besondere Sorgfalt in der Vorbereitung ist immer dann gefragt, wenn auch noch das Schicksal von anderen Menschen mit dem Unternehmen verbunden ist oder hohe finanzielle Aufwendungen erforderlich sind, um überhaupt starten zu können. Müssen Waren oder Rohstoffe vorfinanziert werden, sollte dies ebenso versichert werden, wie der Fall, dass ein Mitarbeiter wertvolle Materialien unbrauchbar macht.

Teilzeitchef werden

Viele Gründungsideen erlauben den Start der Selbstständigkeit auch auf nebenberuflicher Basis. Das hat den Vorteil, dass der Brotjob noch für das Einkommen sorgt und der Traumjob Zeit hat, zu wachsen. In diesen Bereich fallen viele Remotejobs, die von jedem Ort der Welt aus gemacht werden können und darin gipfeln, digitale Produkte herzustellen oder im Support zu arbeiten. Die zeitliche und örtliche Flexibilität ist hier meist sehr hoch. Zeigt sich, dass das Konzept aufgeht und die Tragfähigkeit erreicht wird, kann der Brotjob nach und nach reduziert und letztendlich ganz aufgegeben werden.

Digitale Produkte sind Apps, Videos, Podcasts, Webseiten, Fotos, E-Books, Onlineseminare etc. Digital erstellte Produkte, die physisch ausgegeben werden, wie Bücher, Kalender oder CDs, sind inzwischen leicht herauszugeben und zu vertreiben.

Aufträge finden diese Remotejobber oft über Plattformen, die mit Jobangeboten für Freelancer handeln. Diese Plattformen gibt es übrigens auch für Handwerker, Spediteure und andere Dienstleister. Es gibt hier allerdings ziemliche Unterschiede in der Vorgehensweise und nicht alle können als seriös bezeichnet werden. Vor allem, wenn Plattformen keinen Nachweis über die Legitimation zur gewerblichen Betätigung einfordern, tummeln sich viele „Laien“, die den Markt kaputt machen, indem sie zu Dumpingpreisen arbeiten.

Der Wunsch nach orts- und zeitunabhängigen Jobs ist bei vielen sehr stark ausgeprägt. Der Frust, sich in überfüllte Busse und Bahnen zu quetschen, um lange Arbeitswege zu bewältigen, ist kein guter Start in einen Arbeitstag. Schon das Homeoffice schafft hier Abhilfe und Komfort. Doch die Surfschule in Australien oder die Vorstellung als Texter/in in einem exotischen Land zu arbeiten, reizt viele noch mehr. Lebensberichte von digitalen Nomaden klingen abenteuerlich, aber auch verlockend. Und sie ermutigen, sich zu trauen, sich seine Träume auch zu erfüllen.

Kostensenkung und Vertrieb

Teilen macht reich. Was philosophisch klingt, bezieht sich bei der Existenzgründung auf Coworking Stationen. Das Teilen von Büro- und Praxisräumen hilft, Kosten zu senken und Gewinne zu maximieren. Abgesehen davon, bilden sich hier auch tolle Communitys, die sich gegenseitig unterstützen, inspirieren und motivieren. Solche Gemeinschaftsbüros gibt es inzwischen in jeder deutschen Großstadt und weltweit.

Mit der Digitalisierung und dem technischen Fortschritt, können digitale Produkte mit minimalistischer technischer Ausstattung geschaffen werden. Teure Technik kann in den Coworking Centern gemietet werden, so dass professionelles Arbeiten für kleines Geld möglich wird.

Vertrieb war nie so einfach, wie zu Zeiten des Internets. Egal ob es um physische oder digitale Produkte geht. Mit FBA (Fulfillment by Amazon) können Vertrieb und Bestellabwicklung ohne Probleme abgewickelt werden.

Fazit:

Eine Existenzgründung ist ein großer Schritt. Vor der Entscheidung müssen Idee und Persönlichkeit geprüft werden. Der Wunsch allein, verhilft noch nicht zum Erfolg. Wer mit dem unternehmerischen Risiko nicht leben kann, hat immer noch die Chance, nebenberuflich mit einem eigenen Unternehmen zu starten und sich mit einer Festanstellung abzusichern.

Je mehr Personen von der Entscheidung mitbetroffen sind (Partner, Kinder, Mitarbeiter), desto reiflicher muss sie überlegt sein.

Mit dem digitalen Wandel ist die Nachfrage nach digitalen Produkten stark gestiegen. Allerdings ist auch das Angebot riesig und auf dem Markt Fuß zu fassen, ist nicht so einfach.

Kunst, Handwerk und Handarbeit erleben aktuell auch eine Renaissance und werden gern angeboten. Das hat nicht zuletzt mit dem Nachhaltigkeitsgedanken zu tun. Gerade in diesem Bereich machen viele Anbieter ihr Hobby zum Beruf. Wer sich mit dem Gedanken trägt, muss sich bewusst sein, dass aus Lust schnell eine Last werden kann. Handarbeiten wie stricken oder nähen, können als Hobby Spaß machen. Steht dort jedoch ein unternehmerischer Druck dahinter, geht der Spaß ggf. schnell verloren, vor allem, wenn der Zeitwert sich nicht im Endpreis niederschlägt.

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