Industrie

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Zander: Warnstreiks der IG Metall richten unnötigen Schaden an

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die von der Gewerkschaft IG Metall angekündigten Warnstreiks scharf verurteilt. „Die Gewerkschaften richten damit aus organisationspolitischen Gründen unnötigen Schaden an“, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie, T-Online. „Das ist in Zeiten, wo die Wirtschaft boomt, schon fragwürdig genug“, so Zander. „Aber in einer Zeit, in der vor allem wegen der Arbeitskosten Investitionen in ausländische Standorte fließen und im Monat 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen, ist das nicht verantwortbar.“

Warnstreiks sind in der aktuellen wirtschaftlichen Lage:
Sägen am eigenen Ast

Ende Oktober ist die Friedenspflicht in der Metall- und Elektro-Industrie ausgelaufen. Bislang konnten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber nicht einigen, die IG Metall hatte deswegen am Freitag Warnstreiks angekündigt.

„Die Strukturprobleme des Standortes lassen sich nicht wegstreiken, die wirtschaftlichen Aussichten werden dadurch auch nicht besser, und Investitionen zieht die Kraftmeierei erst recht nicht an“, sagte Zander.

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Er kritisierte, die IG Metall erwecke bei ihren Mitgliedern Erwartungen, die sie nicht erfüllen könne. In den Warnstreiks sieht er vor allem ein Instrument zur Mitgliederbindung bei den Gewerkschaften. Doch: „Das ist keine Tarifrunde wie jede andere. Wer so agiert, der verspielt Vertrauen.“ Zander verwies auf die schwierige Lage in der Metall- und Elektro-Industrie, der es „in der Breite weiterhin miserabel“ gehe.

Der Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer sagte, Gesamtmetall müsse mit der IG Metall eine der Lage entsprechenden Lösung finden. „Das ist schwer genug“, so Zander. Bislang sei es immer gelungen, einen guten Kompromiss zu finden. „Ich glaube daran, dass wir das auch diesmal hinbekommen“, sagte Zander. „Aber wir müssen uns schon in der realen Welt zurechtfinden, nicht in einer herbeigewünschten.“

Foto: Stahldemo der IG Metall (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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