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ZIM-Förderung – Forschung und Entwicklung von Produkten, Verfahren und Anwendungen

Förderprogramm sorgt für Innovation und nachhaltiges Wachstum

2021-10-14-ZIM-Foerderung
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt seit Jahren die Forschung und Entwicklung von Produkten, Verfahren und neuen Anwendungen im deutschen Mittelstand. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Das ZIM hat im aktuellen Jahr ein finanzielles Volumen von zirka 600 Millionen Euro. In unserem heutigen Beitrag möchten wir gerne einige Projekte aufzeigen, die durch ihre Grundlagenforschung und der Finanzierung durch das ZIM neue Innovationen und daraus resultierende neue Wertschöpfungsketten hervorgebracht haben.

600 Millionen für den deutschen Mittelstand: Ein positiver Dominoeffekt!

Die ZIM-Förderung soll kleine und mittelständische Unternehmen in die Lage versetzen, ihre Forschung zu verstärken. Die Fördermittel können grundsätzlich für alle möglichen Technologiefelder beantragt werden. Entsprechend finden sich unter den geförderten Unternehmen der gesamte Mittelstand wieder. Egal ob Handwerk, Handel, Dienstleistungen und sogar freie Berufe!

Der Grundgedanke der Innovationsförderung ist, dass deutsche Unternehmen ihre bisherigen Ideen in ökonomischen Erfolg umsetzen können. Dadurch wird an Ideen geforscht, die ein Unternehmen aufgrund von fehlendem Eigenkapital vielleicht nie angehen können hätte.

Was sind die Bedingungen für eine ZIM-Förderung?

Im Kern achtet der Förderungsgeber immer auf den Innovationsgehalt und die Standfestigkeit im marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das gewünschte Vorhaben im eigenen Unternehmen umgesetzt wird. Durch diese Anforderung soll gewährleistet werden, dass Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte zum Tragen kommen.

Wissenschaft wird eingebunden

Innerhalb des ZIM-Förderprogramm wird den teilnehmenden Unternehmen auch ein leichter Zugang zu Forschungseinrichtungen gewährt. Im Programm wird die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft vorangetrieben. Der dadurch eintretende Wissenstransfer ist durch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse die Grundlage dafür, dass die Unternehmen am Ende marktfähige Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen entwickeln können!

Digitalisierung und Klimaschutz

Seit dem Pariser Klimaschutzabkommen kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die zwei Top-Themen in der Wirtschaft Digitalisierung und Klimaschutz sind. Beide kombiniert können Verfahrensprozesse innerhalb der Wirtschaft auf neue Wege bringen. Gerade die energieintensiven Prozesse in der deutschen Wirtschaft müssen ihren CO2-Fußabdruck in den nächsten Jahren auf eine neutrale Belastung der Umwelt bringen. Kohle muss durch Wasserstoff, oder im ersten Schritt durch Erdgas, ersetzt werden. Diese Umstellung braucht dringend neue Herstellungsprozesse. Um diese neuen Wege zu finden, können sich im ZIM-Förderprogramm auch mehrere Firmen zusammenschließen und zusammenforschen. Wenn dann am Ende ein Gesamtziel erreicht wird, können langfristig Arbeitsplätze im deutschen Mittelstand gesichert werden.

Fallbeispiel “synthetische Kraftstoffe”

Die Automobilbranche hat sich in den letzten Jahren auf eine gemeinsame Marschrichtung geeinigt. Der Weg vom Verbrennungsmotor zur reinen batteriebetriebenen Elektromobilität steht als gemeinsamer Nenner fest. Die Ladeinfrastruktur wird bereits seit Jahren von der EU gefördert. Bei Bussen und Schwerlastverkehr stehen aktuell die Forschungen und Zukunftsaussichten auf Wasserstoff (H2) und im nahen Lieferverkehr ebenso auf Batteriebetrieben.

Bei der Binnenschifffahrt sieht das Ganze schon wieder anders aus. Hier kooperieren aktuell 24 Partner aus Wirtschaft und Forschung an dem Projekt “Green Meth”. Also Methanol als Treibstoff für die Binnenschifffahrt. Hier sollen gemeinsam Produktlösungen entwickelt werden, damit mit der Hilfe von Methanol – aus erneuerbaren Energien hergestellt – die deutsche See- und Binnenschifffahrt CO2-neutral wird. Auch hier gilt es also den aktuell dominierenden Diesel-Motor mittelfristig zu ersetzen.

Bei so einem Projekt muss dann auf vielen Ebenen geforscht und gearbeitet werden. Die Produktion von CO2-neutralem Methanol – die Logistik, um das Methanol an eine neue Tankstellen-Erweiterung zu liefern – und der komplette Maschinenbau von neuartigen Brennstoffzellen, die dann im Realeinsatz allen Anforderungen standhalten. Die Brennstoffzellen zum Beispiel müssen in verschiedenen Jahreszeiten (Kälte im Winter – Hitze im Sommer) stets einsetzbar sein. Auch Süß- oder Salzwasser dürfen keine Probleme bereiten.

Bei diesem Fallbeispiel wollen die 24 Projektpartner bis Mai 2022 ihre neuen innovativen technologischen Produkte bis zu ihrer Marktreife bringen. Damit wäre dieses ZIM-Netzwerk Green Meth ein weiteres positives Beispiel für das ZIM-Förderprogramm. Bislang fehlt es an geeigneten Antriebssystemen für die Binnenschifffahrt. Es könnte langfristig ein Exportschlager werden, der dann auch diesen Wirtschaftszweig in Deutschland etabliert.

Ein weiteres Beispiel:
Smarte mobile Bewässerung von Stadtbäumen

Erinnern Sie sich noch an die Sommer 2019 und 2020? Im Sommer 2019 ließen in unseren Städten zahlreiche Laubbäume bereits im Juli ihre Blätter fallen. In unseren Wäldern wurden zahlreiche Fichten durch die wochenlang anhaltende Dürre mit hohen Temperaturen so stark geschwächt, dass der Borkenkäfer nahezu den ganzen Fichtenbestand “vernichtet” hat. In den Wäldern ist es sehr schwer eine solide Bewässerung zu etablieren. Hier muss langfristig auf Trockenheitsstress tolerante Baumsorten gesetzt werden.

In unseren Städten sieht die Situation zum Glück anders aus. Durch innovative Bewässerungssysteme kann hier mit dem niedrigsten Wassereinsatz unserer Flora geholfen werden. Bäume sind gerade in unseren Städten sehr wichtig für die Beschattung und angenehme Luftfeuchtigkeit.

Die mm-lab GmbH entwickelte im Rahmen eines ZIM-Projektes ein innovatives Produkt zum Schutz der Bäume entlang der Straßen und in städtischen Grünanlagen. Damit wird die Sicherung des städtischen Baumbestandes erreicht. Auch diese innovativen Produkte haben bei der Klimaveränderung eine Marktberechtigung.

Rahmenbedingungen für eine Projektförderung

Für die Bewilligung und Auszahlung eines nicht rückzahlbaren Zuschusses – im Zuge des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand – können entweder Einzelprojekte, Aufträge an Dritte, oder ein Kooperationsprojekt eingereicht werden.

Je nach Unternehmensgröße liegt der Fördersatz zwischen 25 und 60 % auf bis zu 550.000 EUR zuwendungsfähige Kosten.

Es besteht auch die Möglichkeit, Dritte mit Arbeiten rund um das ZIM-Projekt zu beauftragen. Das können dann Aufträge an wissenschaftlich qualifizierte Dritte sein, oder zum Beispiel ein Unternehmen für die Fertigung eines Sonderteils, das für die Produktentwicklung dringend benötigt wird.

Kooperationsprojekte entstehen zum Beispiel, wenn in verschiedenen Konstellationen Unternehmen mit weiteren Organisationen als Partner zusammenfinden. Das kann eine Forschungseinrichtung, Hochschule oder Universität sein.

Vor dem Hintergrund der begrenzten verfügbaren Mittel und der bereits sehr deutlich verlängerten Bearbeitungszeiten sind gem. Nr. 1.2 der ZIM-Richtlinie steuernde Maßnahmen notwendig. Daher können nach dem 07. Oktober 2021, 20:00 Uhr, vorübergehend keine Anträge mehr für Zuschüsse im ZIM angenommen werden (befristeter Antragsstopp); dies gilt auch für Projektskizzen.

Vom befristeten Antragsstopp ausgenommen sind Anträge mit internationalen Partnern im Rahmen von bilateralen und multilateralen Ausschreibungen mit anderen Ländern (mit längeren Bearbeitungszeiten ist zu rechnen) sowie Anträge für Leistungen zur Markteinführung.

Durch die neue Regierung werden hier sicher kurzfristig weitere Fördermittel bereitgestellt, da die Förderung bisher sehr erfolgreich mit neu entwickelten Produkten umgesetzt worden ist. Auf der Homepage des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand können Sie sich über die weiteren Entwicklungen informieren.

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