Viele Unternehmen haben ein hohes Kreditengagement. Diese Unternehmen sind für Banken attraktiv. Für den Verkauf von spekulativen Zinsderivaten waren große Kreditvolumina ein Türöffner. Denn aus den großen Kreditvolumen ergeben sich hohe Risiken, so die Banken, und diese müssen abgesichert oder vorteilhaft gestaltet, „optimiert“ werden. So kam es letztlich auch zu den hohen Basiswerten z.B. des Currency Related Swaps der HypoVereinsbank. Die Basiswerte waren so hoch, wie die Kredite, die sie absichern sollten. Der Currency Related Swap (CRS) ist ein Produkt der HypoVereinsbank. Er ist eine Wette auf den Wechselkursverlauf zwischen Schweizer Franken und Euro.

Quelle: Open PR

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Die Bank arbeitete mit Kalkül, als sie ausgewählten Unternehmen den Currency Related Swap anbot. Besonders beliebt waren Firmen, bei denen die HypoVereinsbank sich aufgrund deren unternehmerischen Erfolgs und Ertragslage zuversichtlich sein konnte, die hohen Forderungen aus dem Currency Realted Swap und damit die Schäden auch realisieren zu können. Betroffen waren Unternehmen aller Branchen – von der Mühle über Immobiliengesellschaften bis hin zu Pharmaunternehmen und Unternehmen der Automobilbranche.

Der Bank waren die Kreditengagements ihres Kunden aus der laufenden Geschäftsbeziehung oftmals bekannt. Mit dem Vorwand der Portfoliooptimierung trat die Bank dann auch an die Kunden heran und empfahl den Currency Related Swap. Mit dem Verkauf des Currency Related Swaps allerdings erhöhte die Bank das Risiko des Kunden enorm.

Als der Schweizer Franken stieg, auf den das Zinstauschgeschäft maßgeblich fußt (Wechselkurs CHF/Euro), wuchsen die halbjährlichen Zahlungen, die der Kunde zu leisten hatte. Die tatsächlichen Schäden allerdings werden immer erst erkannt, wenn die Fixingforderungen in die Höhe schießen und der Kunde den Swap auflösen will. Der Kunde befindet sich dann schon häufig mit dem Rücken an der Wand. Die Fixingzahlungen kann er nur noch schwer aufbringen, aber die von den schädigenden Banken für die Entlassung aus dem Risiko geforderten Ablösesummen sind oft für Mittelständler nicht leistbar.

Seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Swaps jedoch (03/2011, Az.: XI ZR 33/10) gibt es Hoffnung. So entwickelt sich die Rechtsprechung zunehmend positiv für die Geschädigten. Ist die HypoVereinsbank auch aktuell noch uneinsichtig, stehen die Gerichte häufig auf der Seite des Kunden.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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