FinanzenWirtschaft

Dax schließt 0,2 Prozent im Minus: Ölpreis, Anleiherenditen und Fed belasten die Börse

Am Dienstag hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.402 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Nach einem schwachen Start baute der Dax einen Großteil seiner Verluste wieder ab.

„Auch wenn sich der Dax im Tagesverlauf wieder deutlich von seinem Tagestief unter 25.200 Punkten erholen konnte, bleibt die Stimmung an der Börse wegen der geo- und geldpolitischen Unwägbarkeiten angespannt“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Mit einem Ölpreis deutlich über 100 US-Dollar und täglich kletternden Tankstellenpreisen dürften sowohl die deutsche Wirtschaft geschwächt werden als auch die Preise für viele Produkte und Dienstleistungen weiter steigen. Die Großhandelspreise haben dies heute Morgen bereits aufgezeigt.“

Zusätzlich drückten die steigenden Anleiherenditen zunehmend auf die Aktienkurse, so Lipkow. „In den USA halten sich die zehnjährigen Bonds hartnäckig über der Marke von fünf Prozent. Auch in Großbritannien, Japan und Deutschland erreichen die Anleiherenditen neue und unkomfortable Höhen, die es nicht nur den Konsumenten, sondern auch den Staaten erschweren, ihre Haushalte im Griff zu behalten“

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Die Zinslast nehme zu und im Gegenzug seien Konsum und Investitionen rückläufig, erklärte der Analyst. „Damit entsteht aktuell ein sehr wenig attraktives Börsenumfeld, bei dem kein Investor das brennende Streichholz als Letzter in den Händen halten will. Die Sorglosigkeit und Gelassenheit schlägt jetzt um und erweist so dem klassisch stürmischen Börsenmonat September alle Ehre.“

Was die morgige Sitzung der US-Notenbank angehe, scheine eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auch in Washington gesetzt. „Die Erwartung des Marktes dürfte sich erfüllen und die Fed morgen ihre Chance einer moderaten Straffung der Geldpolitik nutzen“, so Lipkow. „Wichtig wird die anschließende Pressekonferenz, auf der sich zeigen wird, wie stark sich die Notenbanker von den aktuellen Preisentwicklungen beeindrucken lassen.“

Auch das bisherige stützende Element des Bullenmarktes, die KI- und Halbleiteraktien, beginne zu wackeln, erklärte der Analyst. „Dies trifft jetzt speziell die hochbewerteten US-Aktien. Die jetzt einsetzende Korrektur färbt aber nur teilweise auf die Dax-Unternehmen ab“, so Lipkow. „Die DNA des deutschen Leitindex enthält zu wenig Technologie, um stärker betroffen zu sein.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Rheinmetall an der Spitze der Kursliste, gefolgt von den Aktien von Qiagen und RWE. Das Schlusslicht bildeten die Zalando-Aktien.

Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Oktober kostete 80 Euro und damit drei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis stieg hingegen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 108,30 US-Dollar, das waren 2,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1542 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8664 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.285 US-Dollar gezahlt (-0,3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 119,35 Euro pro Gramm.

Foto: Frankfurter Börse (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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