Berlin – Die gute Nachricht zuerst: Seit gestern wirtschaften die deutschen Arbeitnehmer und Unternehmen wieder in ihre eigene Tasche – nicht mehr in die des Staates. Bei einer Steuerquote, die bei über 50 Prozent liegen soll, fängt der Deutsche erst im Juli mit dem Verdienen an. Die schlechte Nachricht: So spät wie in diesem Jahr ging es Berechnungen des Bundes der Steuerzahler zufolge damit noch nie los. Der Finanzdienstleister Vexcash (www.vexcash.com) hat sich die Steuersituation einmal genauer angesehen und ein paar einordnende Fakten zusammengetragen.

Das Gesamtsteueraufkommen lag laut Statistischem Bundesamt in Deutschland im Jahr 2016 in Bund, Ländern und Gemeinden bei 705,7 Milliarden Euro. Im Schaltjahr 2016 wurden demnach pro Tag im Durchschnitt 1,933 Milliarden Euro Steuern erwirtschaftet. Pro Stunde sind das 80,55 Millionen Euro, pro Minute 1,34 Millionen Euro und pro Sekunde noch 22.377 Euro.

Die 705,7 Milliarden Euro deutschen Steuereinnahmen entsprechen in etwa der gesamten Wirtschaftsleistung (BIP) der Türkei (743 Milliarden Euro) – immerhin auf Platz 17 der stärksten Volkswirtschaften weltweit. Der deutsche Steuerstaat braucht indes nur zwei Stunden, um die Wirtschaftsleistung der Marshallinseln (154 Millionen Euro) einzunehmen.

Mit den Steuereinnahmen eines Jahres könnte Deutschland ganz problemlos das wertvollste Unternehmen der Welt, Apple, kaufen. Das hat aktuell eine Börsenkapitalisierung von umgerechnet 651 Milliarden Euro. Mit den übrig gebliebenen 54 Milliarden Euro wären dann auch noch über 60 Millionen iPhone 7 plus zu je 899 Euro für das Volk drin.

Heruntergerechnet auf die geschätzt 82,8 Millionen Menschen, die 2016 in Deutschland lebten, entrichtete jeder Bürger hierzulande über alle Steuerkategorien hinweg im vergangenen Jahr also 8.523 Euro. Pro Tag und Kopf sind das 23,35 Euro, pro Stunde 97 Cent, pro Minute 16 Cent und pro Sekunde 0,27 Cent.

In knapp 11 Minuten hätte der deutsche Staat die nötigen Steuergelder zusammen, um Cristiano Ronaldos mutmaßliche Steuerschuld in Spanien zu begleichen. Die beziffern die südeuropäischen Ermittlern auf 14,7 Millionen Euro. Der berühmteste deutsche

Steuersünder, Uli Hoeneß, zahlte mindestens 43 Millionen Euro an Steuern nach. Eine Summe, die der deutsche Fiskus sonst in 32 Minuten durch Abgaben einnimmt.

In Deutschland gibt es insgesamt 641 Finanzämter. Somit kommen auf ein Finanzamt knapp 130.000 Deutsche. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Ingolstadt. In den 23 Ämtern Berlins kümmern sich über 6100 Mitarbeiter um die Steuerbelange des Staates. Zum Vergleich: 3400 Steuerberater kümmern sich in Berlin um die Steuerbelange der Bürger und Unternehmen. Damit ist fast jeder 1000. Berliner Steuerberater von Beruf.

Während der deutsche Sparer aktuell unter den Niedrigzinsen der Banken leidet, generierten die 705 Steuermilliarden immerhin noch 5,6 Milliarden Euro jährliche Zinsen auf dem Tagesgeldkonto.

Im Jahr 2016 gab der deutsche Staat mehr aus, als er einnahm. Insgesamt 18 Milliarden Euro wurden gezahlt, um Zinsen für den deutschen Schuldenberg in Höhe von 2140 Milliarden Euro zu begleichen.

Quelle: Tonka GmbH

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
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