Stress und psychischer Druck führen zu immer mehr Krankheitstagen. Rund 15,1 Fehltage entfallen durchschnittlich auf jeden Angestellten. Die Folge sind Milliardenverluste für die Wirtschaft.

Stress als Hauptursache für Krankheitstage

Laut einer TK-Studie liegen die meisten Krankheitstage in Deutschland in psychischem Stress begründet. Seit 2006 sind die Fehltage aufgrund von psychischen- und Verhaltensstörungen alarmierend angestiegen. Ihre prozentuale Anzahl liegt weit über anderen Ursachen, wie zum Beispiel Erkrankungen des Atmungs- und Verdauungssystems oder Muskel- und Gelenkschmerzen.

Diese Dinge machen krank

Foto: Bildarchiv ARKM

Die Gründe für den empfundenen steigenden Druck sind vielfältig. Durch die Digitalisierung gibt es in vielen Berufen keinen Feierabend mehr. Die Arbeitnehmer sind immer und überall erreichbar und können so nie richtig zur Ruhe kommen. Doch auch ständige Überstunden, Mobbing am Arbeitsplatz und persönliche Lebenskrisen setzen Angestellte psychisch unter Druck.

Fehlende Anerkennung und das Gefühl in einer sinnlosen Aufgabe nachzugehen, sind ebenfalls häufig ein Grund für Stress. Viele Pendler, Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverhältnissen und Arbeitnehmer, denen keine oder kaum Anerkennung zukommt, fühlen sich permanentem Stress ausgesetzt. Vor allem das Gefühl von ständiger Unsicherheit kann zu Krankheit und somit auch zu Verlusten für die Wirtschaft führen. Aus der psychischen Krankheit kann sich schnell eine physische entwickeln.

Betroffene haben beispielsweise ein um 80 Prozent höheres Risiko einen Herzanfall zu erleiden. Schmerzhafte Verspannungen sind eine weitere typische Folge von mentalem Stress.

Große Unterschiede in den Berufsfeldern

Besonders anfällig für Krankheit sind Führerinnen und Führer von Kraftfahrzeugen. Sie haben mit 25,1 die höchste Anzahl an Fehltagen aufgrund von Krankheit. In Bürojobs, in der Verwaltung, im Marketing oder in den Kommunikationsberufen gibt es hingegen deutlich weniger Fehltage.

Überdurchschnittlich hoch fällt die Zahl aber in sozialen Berufen aus. Erzieher und Theologen fehlen rund 17,2 Tage im Jahr. Der Beruf wirkt sich also eindeutig auf die Gesundheit des Einzelnen aus. Laut des AOK Fehlzeiten Reports 2018  ergibt sich außerdem ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Erleben sinnhafter Arbeit und der Gesundheit der Beschäftigten.

Arbeitnehmer, die Ihren Beruf als sinnstiftend betrachten, liegen mit nur 9,4 Fehltagen deutlich unter dem Durchschnitt. Beschäftigte, die nicht das Gefühl haben etwas Sinnvolles zu tun, fehlen mit 19,6 Tagen mehr als doppelt so lange.

Wenn kranke Mitarbeiter trotzdem zur Arbeit gehen

Nicht jeder lässt sich krankschreiben. Aus Pflichtbewusstsein gehen viele Menschen auch auf Abraten des Arztes weiterhin arbeiten. Besonders Frauen haben das Gefühl, sie würden ihre Mitarbeiter im Stich lassen, wenn sie zu Hause blieben.

Dabei machen kranke Mitarbeiter statistisch gesehen viel mehr Fehler und schaden der Firma so maßgeblich. Hinzu kommt die Tatsache, dass sie Ihre Krankheit nicht auskurieren, was zu schweren Folgeschäden und sogar zum Burnout führen kann. Ist die Krankheit erst einmal chronisch kostet Sie das Unternehmen noch mehr Geld.

Deswegen ist es nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll, wenn der Beschäftigte bei Krankheit ein paar Tage zu Hause bleibt und sich in Ruhe erholt. Insgesamt muss ein Unternehmen für einen kranken Mitarbeiter, der zur Arbeit kommt rund doppelt so viel ausgeben, wie für einen, der sich auskuriert und der Firma kurzfristig fernbleibt.

Psychischen Stress sinnvoll bekämpfen

Präventionsmaßnahmen können Verlusten in Unternehmen vorbeugen und die Zufriedenheit von Angestellten steigern. Das Zentrum der Gesundheit empfiehlt die eigenen beruflichen Ziele klar zu definieren, sodass das Gefühl der Kontrolle zurückkommt.

Außerdem kann eine gelungene Kombination aus ausgewogener Ernährung und Sport den Stress spürbar reduzieren. Das Expertenteam von schlanke-list.de berichtet, dass Kaffee, Tee, Zucker und Alkohol nur in Maßen genossen werden sollte. Regelmäßige sportliche Betätigung liefert einen guten Ausgleich zu der meist sehr theoretischen Arbeit und gibt dem Körper die Möglichkeit überschüssige Energie zu verbrennen und Glückshormone freizusetzen. Dadurch setzt fast automatisch Entspannung ein.

Für viele Menschen ist das Training eine Art Ventil, durch das der Druck auf der Arbeit plötzlich entweichen kann. Außerdem hat Sport den Nebeneffekt, dass der Körper trainiert und das Immunsystem gestärkt wird. So kann auch das Risiko für Infektionskrankheiten und Muskelerkrankungen gesenkt werden.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
Veröffentlicht am: