Vor allem Unsicherheit bei Motorradunfällen / Jüngere besser bei Erstversorgung, Ältere finden schneller ihre Ausrüstung

München, 23. August 2018. Gerade im Sommer steht der Fahrspaß im Vordergrund. Dass es auch einmal einen Verkehrsunfall geben kann, blenden wir oft aus. Entsprechend schlecht sind die Deutschen auf diese Situation vorbereitet: Nicht einmal jeder Fünfte ist sich sicher, dass er in der Lage wäre, effektiv Erste Hilfe zu leisten. Vor allem, wenn Motorradfahrer betroffen sind, fühlen sich viele unsicher – nur ein Viertel der deutschen Autohalter weiß im Ernstfall, was zu tun ist. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von AutoScout24. Der europaweit größte Online-Automarkt hat gemeinsam mit Innofact 1.000 Autohalter repräsentativ befragt. Demnach haben ältere Verkehrsteilnehmer den Verbandskasten schneller parat, jüngere fühlen sich hingegen kompetenter bei der medizinischen Erstversorgung.

Quelle: oixabay.com/ 3dman_eu

Insgesamt geben nur 17 Prozent der Autohalter an, in jeder Hinsicht kompetent Ersten Hilfe leisten zu können. Am wenigsten Probleme haben die Befragten damit, Warnweste und Verbandskasten zu finden: 84 bzw. 83 Prozent können im Notfall gezielt darauf zugreifen. Drei Viertel (75 Prozent) sehen sich zudem in der Lage, eine Unfallstelle sachgerecht abzusichern. „Das ist das A und O bei einem Unfall, um sich als Ersthelfer nicht selbst in Gefahr zu bringen, aber auch, damit nicht noch weitere Verkehrsteilnehmer in den Unfall verwickelt werden”, sagt Marit Meineke, Pressesprecherin bei AutoScout24. „Entsprechend gilt es, die Warnblinkanlage des eigenen Fahrzeugs einzuschalten, die Warnweste anzuziehen und das Warndreieck in einem Abstand von etwa 100 Metern Entfernung von der Unfallstelle aufzustellen.”

Stabile Seitenlage: Die meisten wissen, wie es geht

Auch die Technik, ein Unfallopfer in die stabile Seitenlage zu bringen, ist 70 Prozent der Verkehrsteilnehmer noch präsent. Wenn es allerdings darum geht, einen sachgerechten Verband anzulegen und eine Blutung zu stoppen, steigt die Unsicherheit: Nur noch jeder Zweite (54 Prozent) kennt sich hier aus. Ähnlich sieht es aus, wenn es darum geht, die Atmung des Unfallopfers zu kontrollieren (52 Prozent wissen, wie es geht), eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen (49 Prozent) und eine Herzdruckmassage vorzunehmen (49 Prozent). Problematisch wird es, wenn Motorradfahrer verletzt sind und sich die Frage stellt, ob der Helm abgenommen werden soll oder nicht. Nur jeder Vierte (26 Prozent) traut sich zu, diese Entscheidung am Unfallort zu treffen. „Im Zweifelsfall sollte der Helm abgenommen werden”, sagt Meineke. „Für den Verletzten ist das Risiko größer, bei Bewusstlosigkeit im Helm zu ersticken, als das Verletzungsrisiko, das bei der Abnahme des Helms besteht.”

Jeder Hundertste hat keine Lust auf Erste Hilfe

Drei Prozent der Verkehrsteilnehmer räumen ein, dass sie weder wissen, wo sich ihre Sicherheitsausrüstung im Fahrzeug befindet, noch, dass sie in der Lage sind, in irgendeiner Form Erste Hilfe zu leisten. Zwei Drittel von ihnen versprechen immerhin, dass sie sich das entsprechende Wissen in nächster Zeit aneignen wollen. Ein Drittel (insgesamt ein Prozent der Befragten) sagt hingegen, sie hätten weder Zeit noch Lust sich mit diesem Thema zu beschäftigen. „Erste Hilfe zu leisten, ist keine Frage des Wollens – selbst Unbeteiligte müssen Hilfe leisten, wenn es eine Notsituation erfordert”, sagt AutoScout24-Sprecherin Meineke. „Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat, die mit Geld- und Freiheitsstrafen sanktioniert werden kann.”

Herzdruckmassage: Die Jungen kennen sich besser aus

Männer fühlen sich beim Thema Erste Hilfe besser aufgestellt als Frauen: 18 Prozent geben an, dass sie sich jederzeit in der Lage fühlen, Erste Hilfe zu leisten, aber nur 16 Prozent der Frauen. Auch das Alter spielt eine Rolle, wenn es um die Kompetenz am Unfallort geht. Am besten kennen sich 40- bis 49-Jährige aus: 19 Prozent geben an, dass sie die die gesamte Klaviatur der Maßnahmen am Unfallort beherrschen, aber nur 14 Prozent der zwischen 30 und 39 Jahre alten Autohalter. Generell gilt: Ältere finden schneller und zielgerichter ihre Ausrüstung, während die Jüngeren ihre Kompetenz bei der Erstversorgung höher einschätzen. So sind sich 87 Prozent der Autohalter zwischen 50 und 60 Jahren sicher, dass sie auf Anhieb ihre Warnweste finden, aber nur 78 Prozent der unter 30-Jährigen. Wenn das Unfallopfer hingegen eine Herzdruckmassage braucht, kann man nur hoffen, dass auch ein paar Jüngere vor Ort sind: 56 Prozent der unter 30-jährigen wissen, wie das geht, aber nur 44 Prozent der über 50 Jahre alten.

Quelle: AutoScout24 GmbH

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Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de direkt erreichbar.
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