Berlin (ddp.djn). Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro hat sein Angebot zur Übernahme der Karstadt-Warenhäuser der angeschlagenen Arcandor AG konkretisiert. «Wir sind sicher, dass wir von den 90 Häusern 60 übernehmen und in unser Galeria-Kaufhof-Konzept integrieren können», sagte Metro-Finanzvorstand Thomas Unger der Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstagausgabe). Damit würde der Konzern «dem weit überwiegenden Teil der Karstadt-Beschäftigten eine gesicherte Zukunft geben», sagte Unger. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hatte den Metro-Vorschlag bisher abgelehnt.

«Wir planen keine Leichenfledderei und spekulieren auch nicht auf eine Insolvenz von Arcandor», sagte Unger. Das Gerede vom «Blutbad» sei vollkommener Unsinn. Die rund 4000 Mitarbeiter in den 30 zu schließenden Filialen «würden doch nicht alle arbeitslos, wie immer wieder behauptet wird», sagte der Finanzchef. Zur Zukunft der Arbeitsplätze sagte er: «Wir haben selbstverständlich schon mal vorgefühlt: Es gibt Interesse einer ganzen Reihe von Handelsketten an den Häuern. Unsere eigene Elektronik-Handelskette Saturn gehört dazu. Sicherlich sind die Häuser auch für die großen Textilketten, Projektentwickler, vielleicht auch Einkaufscenterbetreiber interessant. In jeder neuen Form der Nutzung würden immer auch erfahrene Handelsmitarbeiter gebraucht. Und das wäre eine Chance für frühere Karstadt-Beschäftigte.» In 92 Städten gebe es entweder einen Kaufhof oder einen Karstadt, «da würde sich zunächst einmal gar nichts ändern», sagte Unger.

Die Ablehnung der Staatsbürgschaft durch die EU für Arcandor begrüßte der Finanzchef: «Das bestätigt unsere Position, dass man die Verluste von Arcandor nicht sozialisieren darf. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit die Risiken unternehmerischen Handelns aufgebürdet bekommt.»

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