Als Besucher einer Website nehmen wir in der Regel kaum wahr, wie unsere Bewegungen auf der Seite gemessen und ausgewertet werden. Nur manchmal verraten uns kleine Popups, dass unsere Daten mittels Cookies ausgewertet werden.

Was vom Besucher beinahe unbemerkt geschieht, ist für den Netzauftritt von Unternehmen hingegen essentiell. Denn wer online ein Business betreibt, muss wissen, wie sich die Kunden auf seiner Seite bewegen: Welche Headlines werden wahrgenommen, welche nicht? Wie lange bleiben die Besucher auf der Seite? Welche Texte lesen sie, welche nicht? Welche Buttons klicken sie wann an? An welcher Stelle verlieren sie das Interesse und springen ab?

Dieses Wissen ermöglicht dann eine Anpassung der Seite an die Wünsche und Bedürfnisse der Besucher und Kunden in spe, die zugleich dem Unternehmen zugutekommt. Eine klassische Win-Win-Situation also.

Quelle: pixabay.com/Gerd Altmann

Piwik – die kostenlose Webanalyse-Anwendung

Die soeben beschriebene Messung und Auswertung von Besucherdaten auf Websites wird von Online-Marketern als Webanalyse bezeichnet. Das bekannteste Tool zur Webanalyse stellt Google Analytics dar. Der Vorteil: Analytics lässt sich denkbar einfach in jede Website integrieren. Besonders aus datenschutzrechtlichen Gründen steht die Anwendung aber auch immer wieder in der Kritik.

Viele Unternehmen sind deshalb auf der Suche nach Alternativen. Tatsächlich gibt es neben Google Analytics auch viele weitere Webanalyse-Tools. Diese sind aber – wie zum Beispiel Adobe Test & Target – meist kostenpflichtig. Nicht so Piwik: Diese OpenSource-Anwendung ist im Netz frei verfügbar. Die Installation ist zwar etwas komplexer als die Einbindung von Google Analytics. Doch hat man Piwik erstmal auf seinem Server installiert, profitiertt man von vielen Funktionen, die die Anwendung als vollwertige Alternative auszeichnen:

Piwik – die 5 wichtigsten Vorteile im Überblick

1. Datenschutz & Self Hosting

Piwik wird auf dem Server installiert, auf dem auch die Website gehostet wird. Damit bleibt man selbst im Besitz sämtlicher Besucherdaten. Natürlich muss trotzdem im Impressum darauf hingewiesen werden, dass Besucherdaten getrackt werden – aber die Weitergabe der Daten an Dritte muss nicht extra geregelt werden, was datenschutzrechtlich weitaus komplexer wäre. Außerdem erkennt Piwik, wenn Besucher die Do-not-track-Funktion ausgewählt haben und wird ihrem Wunsch per Standardeinstellung gerecht.

2. Keine Beschränkungen

Da Piwik auf dem eigenen Server installiert wird, können die Daten in unbegrenztem Umfang erhoben werde – solange der Server selbst nicht an sein Limit gerät.

3. Vollständige Datenauswertung (kein Sampling)

Piwik wertet Daten vollständig aus. Während andere Anwendungen wie Google Analytics oft einfach Stichproben erheben, bezieht Piwik sämtliche Daten in die Analyse mit ein. So kann man immer mit exakten Zahlen rechnen.

4. Kampagnen-Tracking

Die Besucher landen über verschiedene Kanäle auf der Seite, zum Beispiel über die Google-Suche, AdWords-Kampagnen oder Facebook Werbung. Mit dem Kampagnen-Tracking  kann man genau messen, wie viele Besucher auf welchem Weg auf der Seite landen – und ob sie zu Kunden werden. Somit kann Werbung angepasst werden – oder den Funnel auf der Seite optimieren.

5. Regelmäßiges Reporting

Piwik schickt in regelmäßigen Abständen Reports per Mail zu – entweder im PDF oder im HTML-Format. Auch als Laie kannst man diese Funktion ohne weiteres aktivieren und individuell anpassen. So hat man die Besucherdaten seiner Seite stets aktuell vor Augen.

Für wen eignet sich Piwik?

Die Anzahl der Seitenabrufe, die Zeit, die Nutzer auf der Website verbringen, die Absprungrate (Bounce Rate), Eingangsseiten und Absprungseiten sind nur einige der Parameter, die Piwik in seine Datenanalyse mit einbezieht. Auch mit weiteren Vorteilen wie vollständiger Datenauswertung und Kampagnen-Tracking weiß Piwik als vollwertiges Webanalyse-Tool zu überzeugen. Dabei garantiert die Anwendung 100% Data Ownership – und eignet sich damit als Webanalyse-Tool vor allem für jene, die großen Wert auf Datenschutz legen und ihre Besucherdaten nicht an Tech-Giganten wie Google weitergeben möchten. Inzwischen werden auch Piwik Seminare angeboten, bei denen man schnell den korrekten Umgang mit dem immer beliebter werdenden Webanalyse-Tool erlernen kann.

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