Frankfurt/Main. Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand bleibt einer Untersuchung zufolge gut. «Ein hohes Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal ist praktisch sicher», sagte der Chefvolkswirt der staatlichen KfW-Bank, Norbert Irsch, am Donnerstag in Frankfurt am Main bei der Vorstellung des in Zusammenarbeit mit dem Münchener Ifo-Institut erstellten Mittelstandsbarometers. Darin werden Geschäftserwartungen und Lagebeurteilung von rund 7000 Firmen ausgewertet.

Zwar gab der Indikator nach einem Rekordanstieg im April im Mai marginal um 0,3 Zähler auf 13,6 Saldenpunkte nach. Dies entspricht allerdings nur gut einem Siebtel einer durchschnittlichen Monatsveränderung und damit einer Stagnation. Der seit Frühlingsbeginn verstärkte Aufwärtstrend, der im April mit einem neuen monatlichen Rekordanstieg seinen bisherigen Höhepunkt gefunden hatte, wird dadurch kaum relativiert. Über den Zeitraum März bis Mai hat sich die wirtschaftliche Stimmung der Mittelständler deutlich verbessert.

Nach dem zweiten Quartal werde sich die Wachstumsdynamik allerdings spürbar abflachen, vor allem angesichts des global anstehenden fiskalischen Restriktionskurses, der weltweit die Nachfrage und damit nicht zuletzt die deutschen Exporte belasten wird, erläutert Irsch weiter. Hinzu kämen Risiken aus der durch die Staatsschuldenkrise ausgelösten neuerlichen Fragilität der Finanzmärkte sowie die Unsicherheit hinsichtlich der Wirkungen der geplanten oder schon beschlossenen Sparmaßnahmen in Deutschland und anderen Ländern.

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