Hamburg. Der neue Lebensmitteldienst des Internetkaufhauses Amazon hat von Verbraucherschützern schlechte Bewertungen bekommen. Das Angebot sei teuer, umständlich und bezüglich der Inhaltsstoffe wenig transparent, teilte die Verbraucherzentrale Hamburg am Donnerstag mit. Der Lieferdienst leide noch an «Kinderkrankheiten» und sei somit keine keine Alternative zum regulären Supermarkteinkauf.

Ein Einkaufs-Test der Verbraucherschützer habe ergeben, dass vor allem die Versandkosten unverhältnismäßig hoch seien. So habe ein exemplarischer Einkauf von zehn häufig verwendeten Lebensmitteln für einen Ein-Personenhaushalt 19,96 Euro gekostet – darauf seien allerdings 30,77 Euro Versandkosten entfallen.

Nicht viel besser habe es bei einem exemplarischen Familieneinkauf mit 53 Artikeln im Gesamtwert von 82,97 Euro ausgesehen. Hier seien zusätzlich 51,24 Euro Versandkosten angefallen. Im Vergleich zu einem mittelpreisigen regulären Supermarkt sei der Familieneinkauf somit mehr als doppelt so teuer gewesen, der Einkauf für eine Person fast dreimal so teuer. Neben den Versandkosten seien auch die Lebensmittel bei Amazon grundsätzlich kostenspieliger.

Die Verbraucherzentrale merkte weiter an, dass die Produkte bei Amazon oftmals von mehreren Partner-Händlern an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten geliefert würden. Frische Ware wie beispielsweise Fleisch sei erst nach vier bis fünf Tagen versandfertig. Außerdem sind Zusatz- und Inhaltsstoffe den Angaben zufolge oftmals nicht auf den Produkten angegeben. Das Lebensmittelangebot des Internetanbieters konzentriere sich außerdem auf wenige Produktgruppen, darunter beispielsweise lediglich «exotische Biere und Wurstwaren».

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