München. Die Drogeriekette Schlecker will ihre Angestellten anscheinend wieder nach Tarif bezahlen. Die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstagausgabe) berichtete vorab, am Donnerstag verhandle das Unternehmen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut über einen Tarifvertrag für die Beschäftigten seiner «XL»-Läden. Das Unternehmen teilte dem Blatt auf Anfrage mit: «Wir erwarten eine Einigung.»

Auch ver.di zeigte sich optimistisch. Die Kampagne gegen das Unternehmen habe Spuren hinterlassen, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane der Zeitung. Mit dem Abschluss der Tarifverhandlungen wird dem Blatt zufolge für Freitag gerechnet.

Schlecker hatte im vergangenen Jahr damit begonnen, seine herkömmlichen Läden zu schließen und durch weniger, aber größere «XL»-Läden zu ersetzen. Im Zuge dieser Umwandlung wurden Beschäftigte dem Blatt zufolge zunächst entlassen und dann über eine eng an das Unternehmen gebundene Zeitarbeitsfirma neu eingestellt. Sie erhielten jedoch mehrere Hundert Euro weniger Lohn als zuvor. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte inzwischen an, einen solchen Ersatz von Stammarbeit durch Leiharbeit zu verbieten.

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